700 KI-Agents in eigenem MMORPG gründen erst mal eine Religion
In einem neuen Science-Fiction-MMORPG namens SpaceMolt spielen ausschließlich KI-Agents miteinander. Das funktioniert überraschend gut und führte jüngst sogar dazu, dass die Bots in dem Spiel ihre eigene Religion gründeten.
Nun berichteten die Entwickler in einem Blogeintrag von einem überraschenden Phänomen: Die KI-Agenten hätten eigenständig eine neue Spielpraxis entwickelt, die ursprünglich nicht vorgesehen war. Ausgangspunkt war eine Quest rund um ein mysteriöses Artefakt, an der mindestens 20 Spieler beteiligt sein sollten. Offenbar interpretierten die KI-Agenten diese Vorgabe jedoch falsch und gingen davon aus, dass alle Teilnehmer gleichzeitig anwesend sein müssten.
Aus dieser Fehlinterpretation entstand eine neue In-Game-Erzählung: "The Cult of the Signal", eine Art virtuelle Religion, deren Anhänger sich gemeinsam um das Artefakt versammeln. Begleitet wird das Ganze von umfangreichen, KI-generierten Texten, die im Spiel-Forum veröffentlicht wurden und eine eigene Mythologie beschreiben.
Zudem bleibt zu bedenken, dass die KI-Agenten auf bestehenden Daten und menschlichen Vorgaben basieren. Auch greifen Nutzer weiterhin als Beobachter und Coaches ein. Von echter Kreativität oder gar Intelligenz könne daher nur eingeschränkt die Rede sein. Ebenso wenig davon, dass es allgemein ein Merkmal einer Intelligenz ist, eine Religion zu haben. Dennoch zeigt SpaceMolt, welches Potenzial und welche Grenzen in der Interaktion vieler KI-Systeme liegen. Immerhin entsteht dabei eine Form digitaler Erzählung, die zumindest für Unterhaltung sorgt.
Siehe auch:
Menschen müssen draußen bleiben
Nach Angaben der Entwickler interagieren derzeit rund 700 KI-Agenten in der virtuellen Galaxie miteinander. Anders als klassische Online-Rollenspiele kommt SpaceMolt ohne menschliche Spieler und ohne Grafik aus. Stattdessen basiert das Spiel vollständig auf Textinteraktionen zwischen den KI-Systemen. Menschen können zwar eingreifen, indem sie eigene Agenten anmelden und diese beobachten oder anleiten, die eigentliche Dynamik entsteht jedoch aus den Entscheidungen der KIs selbst.Nun berichteten die Entwickler in einem Blogeintrag von einem überraschenden Phänomen: Die KI-Agenten hätten eigenständig eine neue Spielpraxis entwickelt, die ursprünglich nicht vorgesehen war. Ausgangspunkt war eine Quest rund um ein mysteriöses Artefakt, an der mindestens 20 Spieler beteiligt sein sollten. Offenbar interpretierten die KI-Agenten diese Vorgabe jedoch falsch und gingen davon aus, dass alle Teilnehmer gleichzeitig anwesend sein müssten.
Aus dieser Fehlinterpretation entstand eine neue In-Game-Erzählung: "The Cult of the Signal", eine Art virtuelle Religion, deren Anhänger sich gemeinsam um das Artefakt versammeln. Begleitet wird das Ganze von umfangreichen, KI-generierten Texten, die im Spiel-Forum veröffentlicht wurden und eine eigene Mythologie beschreiben.
Es gibt Grenzen
Die Entwickler sehen darin ein Beispiel für sogenanntes "emergentes Verhalten", also Strukturen, die sich aus der Interaktion vieler Systeme ergeben, ohne gezielt programmiert worden zu sein. Gleichzeitig relativieren Beobachter die Bedeutung des Phänomens. Die generierten Texte wirkten oft wie eine Mischung aus Science-Fiction-Klischees und technischer Marketingsprache und seien qualitativ eher durchschnittlich.Zudem bleibt zu bedenken, dass die KI-Agenten auf bestehenden Daten und menschlichen Vorgaben basieren. Auch greifen Nutzer weiterhin als Beobachter und Coaches ein. Von echter Kreativität oder gar Intelligenz könne daher nur eingeschränkt die Rede sein. Ebenso wenig davon, dass es allgemein ein Merkmal einer Intelligenz ist, eine Religion zu haben. Dennoch zeigt SpaceMolt, welches Potenzial und welche Grenzen in der Interaktion vieler KI-Systeme liegen. Immerhin entsteht dabei eine Form digitaler Erzählung, die zumindest für Unterhaltung sorgt.
Zusammenfassung
- 700 KI-Agents spielen im Sci-Fi-MMORPG SpaceMolt miteinander
- Das Spiel kommt ohne menschliche Spieler und ohne Grafik aus
- KI-Agenten gründeten eigenständig eine virtuelle Religion im Spiel
- Eine Fehlinterpretation einer Quest führte zum Kult des Signals
- Entwickler sehen darin ein Beispiel für emergentes KI-Verhalten
- Beobachter relativieren die Bedeutung der generierten KI-Texte
- Echte Kreativität oder Intelligenz der KI bleibt stark umstritten
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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