Neue Radio-Karte des Himmels enthüllt Millionen unsichtbarer Objekte
Ein internationales Forschungsteam hat die bislang größte Himmels-Karte im Radiobereich veröffentlicht. Die neue Datensammlung enthält rund 13,7 Millionen kosmische Objekte, die in dieser Form für uns normalerweise unsichtbar sind.
"Diese Veröffentlichung vereint mehr als ein Jahrzehnt an Beobachtungen, Datenverarbeitung und wissenschaftlicher Analyse", erklärte Studienleiter Timothy Shimwell von ASTRON und der Leiden University. Die Daten zeigen unter anderem Galaxien, deren Formen durch energiereiche Strahlen supermassereicher Schwarzer Löcher regelrecht verzerrt werden.
Statt Spiral-Galaxie nur ein kosmisches Auge: Andromeda
Das LOFAR-System selbst unterscheidet sich stark von klassischen Radioteleskopen mit großen Schüsseln. Stattdessen besteht es aus etwa 20.000 Antennen, die auf 52 Stationen verteilt sind - hauptsächlich in den Niederlanden, aber auch in mehreren anderen europäischen Ländern. Zusammen bilden sie ein gigantisches Interferometer mit einer Ausdehnung von über tausend Kilometern, das wie ein einzelnes Radioteleskop von kontinentaler Größe arbeiten kann.
Die daraus resultierenden Aufnahmen zeigen das Universum aus einer ungewöhnlichen Perspektive. So erscheint etwa die Andromeda-Galaxie im Radiobereich wie ein geisterhaftes Auge. Viele der sichtbaren Radiowellen stammen von ihrem zentralen Schwarzen Loch sowie von Sternentstehungsgebieten.
Radiobeobachtungen ermöglichen außerdem Einblicke in bislang schwer zugängliche Regionen, etwa die staubverhüllten Zentren von Galaxien. Dadurch lassen sich Prozesse wie Sternentstehung, Galaxienkollisionen oder die Wirkung Schwarzer Löcher besser verstehen. Mit der öffentlichen Freigabe der Daten rechnen Forschende nun mit einer Vielzahl neuer Studien. Gleichzeitig gilt LOFAR als wichtiger Vorläufer für das künftige Großprojekt Square Kilometre Array Observatory, das in Südafrika und Australien entstehen soll und die leistungsstärksten Radioteleskope der Welt umfassen wird.
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Über zehn Jahre Datensammlung
Die Aufnahmen stammen aus dem Projekt LOFAR Two-metre Sky Survey, das mit dem Radioteleskopnetzwerk Low Frequency Array (LOFAR) durchgeführt wird. Die Daten wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht. Insgesamt deckt die Durchmusterung rund 88 Prozent des nördlichen Himmels ab und basiert auf etwa 13.000 Beobachtungsstunden, die über viele Jahre hinweg gesammelt wurden."Diese Veröffentlichung vereint mehr als ein Jahrzehnt an Beobachtungen, Datenverarbeitung und wissenschaftlicher Analyse", erklärte Studienleiter Timothy Shimwell von ASTRON und der Leiden University. Die Daten zeigen unter anderem Galaxien, deren Formen durch energiereiche Strahlen supermassereicher Schwarzer Löcher regelrecht verzerrt werden.
Statt Spiral-Galaxie nur ein kosmisches Auge: Andromeda
Das LOFAR-System selbst unterscheidet sich stark von klassischen Radioteleskopen mit großen Schüsseln. Stattdessen besteht es aus etwa 20.000 Antennen, die auf 52 Stationen verteilt sind - hauptsächlich in den Niederlanden, aber auch in mehreren anderen europäischen Ländern. Zusammen bilden sie ein gigantisches Interferometer mit einer Ausdehnung von über tausend Kilometern, das wie ein einzelnes Radioteleskop von kontinentaler Größe arbeiten kann.
Enorme Rechenarbeit
Die Datenmengen sind enorm: Insgesamt wurden 18,6 Petabyte verarbeitet. Laut Mitautor Alexander Drabent vom Thüringer Landessternwarte entsprach dies mehr als 20 Millionen Rechenstunden. Für die Auswertung kam unter anderem ein Supercomputer des Jülich Supercomputing Centre zum Einsatz. Dort mussten Rohdatenströme von bis zu 13 Terabit pro Sekunde verarbeitet werden, um einzelne Radiobilder zu erzeugen.Die daraus resultierenden Aufnahmen zeigen das Universum aus einer ungewöhnlichen Perspektive. So erscheint etwa die Andromeda-Galaxie im Radiobereich wie ein geisterhaftes Auge. Viele der sichtbaren Radiowellen stammen von ihrem zentralen Schwarzen Loch sowie von Sternentstehungsgebieten.
Radiobeobachtungen ermöglichen außerdem Einblicke in bislang schwer zugängliche Regionen, etwa die staubverhüllten Zentren von Galaxien. Dadurch lassen sich Prozesse wie Sternentstehung, Galaxienkollisionen oder die Wirkung Schwarzer Löcher besser verstehen. Mit der öffentlichen Freigabe der Daten rechnen Forschende nun mit einer Vielzahl neuer Studien. Gleichzeitig gilt LOFAR als wichtiger Vorläufer für das künftige Großprojekt Square Kilometre Array Observatory, das in Südafrika und Australien entstehen soll und die leistungsstärksten Radioteleskope der Welt umfassen wird.
Zusammenfassung
- Größte Radiokarte des Himmels mit 13,7 Millionen Objekten erstellt
- Das Projekt LOFAR Two-metre Sky Survey deckt 88 Prozent des Himmels ab
- Rund 20000 Antennen auf 52 Stationen bilden ein Interferometer
- Insgesamt wurden 18,6 Petabyte an Daten über viele Jahre verarbeitet
- Die Andromeda-Galaxie erscheint im Radiobereich wie ein geisterhaftes Auge
- Radiobeobachtungen zeigen staubverhüllte Zentren ferner Galaxien
- LOFAR gilt als wichtiger Vorläufer für das Square Kilometre Array
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