WhatsApp Web unterstützt jetzt endlich Sprach- und Videoanrufe

Bislang war WhatsApp Web strikt auf Textnachrichten beschränkt, während Anrufe separate Apps erforderten. Mit dem neuesten Update ändert sich das grundlegend: Nutzer telefonieren nun direkt im Browser. Der Rollout startet vorerst als Beta-Version.
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Anrufe nun direkt im Browser möglich

WhatsApp erweitert den Funktionsumfang seiner Web-Oberfläche erheblich und rollt derzeit die Unterstützung für Sprach- und Videoanrufe aus. Während Nutzer der nativen Desktop-Anwendungen für Windows und MacOS bereits seit längerer Zeit über diese Funktion verfügen, war WhatsApp Web bislang primär auf den Austausch von Textnachrichten und Medien beschränkt. Mit dem aktuellen Update schließt der zu Meta gehörende Messenger diese Lücke und ermöglicht Kommunikation in Echtzeit, ohne dass eine zusätzliche Softwareinstallation notwendig ist.

Die Bedienung orientiert sich dabei wenig überraschend stark an der gewohnten Benutzerführung der mobilen Apps des Messengers. In den Einzelchats finden sich nun entsprechende Icons für Telefon- und Videohörer, über die sich ein Gespräch initiieren lässt. Das dürfte vor allem in Arbeitsumgebungen, in denen keine private Software installiert werden darf, für eine erleichterte Kommunikation sorgen. Administratoren in Firmennetzwerken sperren häufig die Installation externer Programme, lassen jedoch den Zugriff auf Webbrowser zu, weshalb die Browser-Variante in diesen Fällen einen entscheidenden Vorteil bietet. WhatsApp WebWhatsApp Web unterstützt jetzt auch Voice- und Video-Anrufe (Bild: WABetaInfo) Wie WABetaInfo berichtet, befindet sich die Funktion derzeit noch in der Beta-Phase und werde schrittweise für Nutzer freigeschaltet. Demnach konzentriere sich der aktuelle Rollout zunächst auf Einzelgespräche. Die Schnittstelle wirke dabei sehr aufgeräumt und biete neben den reinen Anruffunktionen auch Möglichkeiten, die während eines Videocalls nützlich sein können.


Sicherheit und neue Funktionen

Trotz der Verlagerung in den Browser müssen Anwender laut den vorliegenden Informationen keine Abstriche bei der Sicherheit machen. Die Anrufe über WhatsApp Web werden, analog zu den mobilen Pendants, Ende-zu-Ende verschlüsselt. Hierbei kommt das bewährte Signal-Protokoll zum Einsatz, das sicherstellt, dass weder Meta noch Dritte Zugriff auf die Inhalte der Gespräche haben. Das Protokoll gilt in der Kryptografie als Goldstandard und wird seit 2016 standardmäßig für alle Nachrichten auf der Plattform verwendet.

Ein weiteres Feature, das den Weg in die Web-Version gefunden hat, ist das Screen Sharing. Nutzer können während eines Videoanrufs ihren Bildschirminhalt teilen. Das positioniert WhatsApp Web stärker als Konkurrent zu etablierten Videokonferenz-Tools wie Zoom oder Microsoft Teams im geschäftlichen Umfeld, da sich so Dokumente oder Präsentationen unkompliziert zeigen lassen.

Vorteile für Linux-Nutzer

Besonders für Nutzer von Linux-Systemen stellt dieses Update eine deutliche Verbesserung dar. Da WhatsApp keine offizielle native Desktop-App für Linux bereitstellt, waren diese User bislang gezwungen, für Anrufe stets zum Smartphone zu greifen oder auf inoffizielle Drittanbieter-Clients auszuweichen. Solche Wrapper-Lösungen bergen oft Sicherheitsrisiken oder werden nicht regelmäßig aktualisiert.

Zukünftig soll der Funktionsumfang weiter ausgebaut werden. Es gilt als wahrscheinlich, dass nach der Stabilisierung der Einzelanrufe auch Gruppenanrufe in die Web-Oberfläche integriert werden. Technisch basiert dies auf der vor einigen Jahren eingeführten Multi-Device-Architektur, die es erlaubt, bis zu vier Begleitgeräte unabhängig vom Haupttelefon zu nutzen.

Nutzt ihr WhatsApp Web regelmäßig im Arbeitsalltag oder bevorzugt ihr die nativen Apps? Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen und Meinungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • WhatsApp Web unterstützt jetzt Sprach- und Videoanrufe im Browser
  • Rollout als Beta-Version zunächst nur für Einzelgespräche verfügbar
  • Anrufe sind Ende-zu-Ende verschlüsselt durch das bewährte Signal-Protokoll
  • Bildschirmfreigabe-Funktion positioniert WhatsApp als Konkurrent zu Zoom
  • Besonders vorteilhaft in Firmen mit Einschränkungen für Softwareinstalls
  • Linux-Nutzer profitieren erheblich von der browserbasierten Lösung
  • Zukünftige Erweiterung um Gruppenanrufe in der Web-Oberfläche geplant

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