WhatsApp: Malware kann noch immer durch Gruppenchats marodieren

WhatsApp-Nutzer sind aktuell durch eine Zero-Day-Schwachstelle gefährdet. Diese erlaubt die Verbreitung von Malware über Gruppen­chats, ohne dass die Anwender etwas tun müssten. Es ist aber leicht, sich vor dem Problem zu schützen.
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Erste Gegenmaßnahmen greifen nicht komplett

WhatsApp ist erneut ins Visier von Sicherheitsexperten geraten. Googles Sicherheitsteam Project Zero hat eine Schwachstelle aufgedeckt, die Android-Nutzer betrifft: In neuen Gruppenchats können manipulierte Mediendateien automatisch heruntergeladen und als Angriffsmethode genutzt werden, ganz ohne dass die Betroffenen etwas anklicken müssen. Es reicht, zu einer Gruppe hinzugefügt zu werden, um möglicherweise Ziel eines Angriffs zu werden.

Die Lücke betrifft vor allem sogenannte Zero-Click-Media-Downloads, wie das US-Magazin MalwareBytes berichtet. Laut Project Zero eignet sich die Methode besonders für gezielte Angriffe, da der Angreifer zumindest einen Kontakt der Betroffenen kennen oder erraten muss. Ist diese Hürde genommen, lässt sich das Vorgehen jedoch relativ leicht auf weitere Ziele übertragen.

Schutz ist möglich

WhatsApp-Betreiber Meta reagierte zwar bereits Mitte November 2025 mit einer serverseitigen Anpassung, doch Googles Security-Experten warnen, dass das Problem nur teilweise gelöst sei. Eine umfassende Sicherheitskorrektur sei weiterhin in Arbeit.

Für Android-Nutzerinnen und -Nutzer gibt es einige wichtige Maßnahmen, um das Risiko zu reduzieren:

  • Automatischen Medien-Download deaktivieren: Unter "Einstellungen > Speicher und Daten > Medien automatisch herunterladen" sollten alle Optionen für Fotos, Videos, Audio und Dokumente abgewählt werden.
  • Medien nicht in der Galerie speichern: Unter "Einstellungen > Chats > Medien in Galerie anzeigen" lässt sich die Sichtbarkeit von heruntergeladenen Dateien einschränken. Besonders sensible Chats können individuell angepasst werden.
  • Einschränkung, wer Gruppen hinzufügen darf: Unter "Einstellungen > Datenschutz > Gruppen" empfiehlt sich die Auswahl "Meine Kontakte" oder "Meine Kontakte außer...", um unbekannte Teilnehmer auszuschließen.
  • Updates installieren: Regelmäßige Aktualisierungen von WhatsApp und Android sollten dafür sorgen, dass Maßnahmen seitens der Betreiber schnell beim User ankommen.


Die Sicherheitslücke zeigt, dass WhatsApp trotz seiner bereits recht ordentlichen Sicherheit nicht komplett risikofrei ist. Wer die App nutzt, sollte daher besonders auf die eigenen Einstellungen und Updates achten, um sich zu schützen.

Zusammenfassung
  • Zero-Day-Schwachstelle ermöglicht Malware-Verbreitung in WhatsApp-Gruppen
  • Automatischer Download manipulierter Mediendateien ohne Nutzeraktion möglich
  • Google Project Zero entdeckte die Sicherheitslücke bei Android-Nutzern
  • Angreifer benötigen mindestens einen bekannten Kontakt des Opfers
  • Meta hat im November 2025 nur eine teilweise Lösung implementiert
  • Schutzmaßnahmen: Automatischen Mediendownload und Galerieanzeige deaktivieren
  • Nutzer sollten Gruppenbeitrittsrechte einschränken und regelmäßig updaten

Siehe auch:


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