Ära endet: PostNord Dänemark befördert nur Pakete, Briefe sind tot
Abgebaut, verkauft und eingestellt: PostNord beendet in Dänemark eine jahrhundertealte Tradition, die roten Briefkästen verschwinden, weil fast ausschließlich digital kommuniziert wird. Private Dienste übernehmen die Postverteilung nun zu deutlich höheren Gebühren.
Behördenpost wird in Dänemark fast ausschließlich digital verschickt. Der Betrieb einer flächendeckenden Briefzustellung gilt als unwirtschaftlich. Das Paketgeschäft bleibt bestehen.
Den verbliebenen Bedarf an physischer Post decken künftig private Anbieter ab. Nach Angaben des Kuriers übernimmt vor allem das Unternehmen DAO (Dansk Avis Omdeling) die Zustellung. Briefe müssen über eigene Annahmestellen aufgegeben werden. Während Inlandsbriefe günstiger sind als zuletzt bei PostNord, ist der internationale Versand deutlich teurer.
Behördenpost wird seit Jahren über das verpflichtende System "Digital Post" zugestellt. Ausgenommen sind rund 300.000 Menschen, die digitale Angebote nicht nutzen können. Sie erhalten weiterhin physische Post über private Dienstleister.
Postkarten für 6 Euro oder nur noch WhatsApp: Ist dieser radikale Schritt ein Vorbild für Deutschland oder geht hier Kulturgut verloren? Teilt eure Meinung in den Kommentaren.
Siehe auch:
Abschied vom klassischen Brief
In Dänemark endet wie Anfang des Jahres angekündigt die staatliche Briefzustellung und damit eine wichtige Ära. Zum 31. Dezember 2025 stellt PostNord die Beförderung von Briefen und Postkarten im gesamten Land ein, morgen wird der letzte Brief ausgetragen. Hintergrund ist der starke Rückgang des Briefaufkommens um mehr als 90 Prozent seit der Jahrtausendwende.Behördenpost wird in Dänemark fast ausschließlich digital verschickt. Der Betrieb einer flächendeckenden Briefzustellung gilt als unwirtschaftlich. Das Paketgeschäft bleibt bestehen.
Private Dienste und hohe Kosten
PostNord, ein schwedisch-dänisches Gemeinschaftsunternehmen, hatte mit der dänischen Briefsparte seit Jahren Verluste gemacht. Die rund 1500 roten Briefkästen wurden bereits abgebaut. Die letzten Briefzustellungen erfolgen zum Jahresende.Den verbliebenen Bedarf an physischer Post decken künftig private Anbieter ab. Nach Angaben des Kuriers übernimmt vor allem das Unternehmen DAO (Dansk Avis Omdeling) die Zustellung. Briefe müssen über eigene Annahmestellen aufgegeben werden. Während Inlandsbriefe günstiger sind als zuletzt bei PostNord, ist der internationale Versand deutlich teurer.
Behördenpost wird seit Jahren über das verpflichtende System "Digital Post" zugestellt. Ausgenommen sind rund 300.000 Menschen, die digitale Angebote nicht nutzen können. Sie erhalten weiterhin physische Post über private Dienstleister.
Das Ende der dänischen Briefpost
-
1624
24. AprilKönig Christian IV. gründet mit einer Postordnung das dänische Postwesen als landesweites System
-
1851
21. MärzEinführung der ersten dänischen Postwertzeichen zum 1. April, im selben Jahr werden die ersten öffentlichen Briefkästen aufgestellt
-
1924
Dänemark verfügt über 1.368 Posthäuser, 4.340 Briefmarkenverkaufsstellen und rund 10.500 Briefkästen
-
1967
Einführung landesweiter Postleitzahlen zur Rationalisierung der Verteilzentren
-
2000
Beginn des massiven Rückgangs des Briefvolumens durch Digitalisierung
-
2024
Das Briefvolumen sinkt um weitere 30 Prozent, insgesamt seit 2000 um über 90 Prozent
-
2025
MärzDie Verkehrsbehörde entscheidet, dass ab 1. Januar 2026 der private Anbieter DAO die Zustellung gewöhnlicher Inlandsbriefe übernimmt
-
2025
18. DezemberLetzter Tag, an dem PostNord Standardbriefe annimmt
-
2025
30. DezemberLetzter Zustelltag für normale und besondere Briefe durch PostNord - Ende der über 400-jährigen staatlichen Posttradition
-
2025
31. DezemberAlle roten öffentlichen Briefkästen werden abgebaut
-
2026
1. JanuarPostNord stellt die Briefzustellung vollständig ein und konzentriert sich auf Pakete - Dänemark gilt als erstes Land, das den klassischen staatlichen Briefverkehr abschafft
Kulturerbe für den guten Zweck
Ein Teil der ausgemusterten roten Briefkästen wurde von PostNord verkauft. Der Erlös kommt wohltätigen Zwecken zugute, einzelne Exemplare werden in Museen ausgestellt. Internationale Post erreicht Dänemark weiterhin. Ab Januar 2026 übernimmt DAO die Verteilung eingehender Auslandssendungen.Postkarten für 6 Euro oder nur noch WhatsApp: Ist dieser radikale Schritt ein Vorbild für Deutschland oder geht hier Kulturgut verloren? Teilt eure Meinung in den Kommentaren.
Zusammenfassung
- PostNord stellt in Dänemark die Briefzustellung zum 31. Dezember 2025 ein
- Seit der Jahrtausendwende ist das Briefaufkommen um über 90 Prozent gesunken
- Rund 1500 ikonische rote Briefkästen wurden seit Juni 2025 abgebaut
- Private Anbieter wie DAO übernehmen die Zustellung zu höheren Gebühren
- Ein Brief nach Deutschland kostet künftig etwa 6,20 Euro statt 3,90 Euro
- Digitale Kommunikation ist in Dänemark über das System 'Digital Post' Pflicht
- Ausgemusterte Briefkästen wurden für 200 bis 270 Euro zum Verkauf angeboten
Siehe auch:
Thema:
Neueste Downloads
Neue Nachrichten
Beliebte Nachrichten
Videos
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen