Energiewende trotzt 2025 beeindruckend allen Widerständen

Trotz weiter steigender Treibhausgasemissionen und unzureichender nationaler Klimazusagen war das Jahr 2025 nicht nur von Rück­schlä­gen geprägt. Neue Zahlen und Entwicklungen zeigen, dass sich die weltweite Energiewende deutlich beschleunigt hat.
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Investitionen auf Rekordniveau

Nach Berechnungen des in London ansässigen Thinktanks Energy & Climate Intelligence Unit (ECIU) erreichten die globalen Investitionen in den Umbau des Energiesystems 2025 einen neuen Rekord von rund 2,2 Billionen Dollar. Dazu zählen Ausgaben für Wind- und Solarenergie, Stromnetze, Speichertechnologien und weitere saubere Lösungen. Zwar sei dieses Tempo bislang nicht ausreichend, um gefährliche Klimafolgen sicher zu verhindern, sagte ECIU-Experte Gareth Redmond-King gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Im Vergleich zu früheren Prognosen handele es sich jedoch um einen bemerkenswerten Fortschritt.

Besonders dynamisch entwickelte sich der Ausbau erneuerbarer Energien. Solar- und Windkraft deckten laut des Thinktanks Ember in den ersten drei Quartalen des Jahres den gesamten weltweiten Zuwachs beim Strombedarf. Die globale Erzeugungskapazität aus erneuerbaren Quellen dürfte 2025 um rund elf Prozent zulegen.


China spielte dabei eine Schlüsselrolle und stellte mehr als zwei Drittel der neuen Solar- und Windleistung bereit, während auch Europa, Südamerika und andere Teile Asiens zulegten. Generell fließen nahezu alle neuen Investitionen im Bereich der Stromerzeugung in die Erneuerbaren, selbst die extrem hohen Kosten einiger Neubauten von Kernkraftwerken machen nur einen kleinen Bruchteil dessen aus.

Ein weiterer Treiber ist der technologische und wirtschaftliche Fortschritt. Die Preise für Batteriespeicher fielen erneut deutlich und erreichten mit durchschnittlich 108 Dollar pro Kilowattstunde einen historischen Tiefstand. In einigen Großprojekten liegen die Kosten bereits bei nahezu der Hälfte dessen, was aufzeigt, wie groß das Potenzial hier noch ist. Das macht nicht nur Elektrofahrzeuge günstiger, sondern verbessert auch die Wirtschaftlichkeit großer Stromspeicher, die Schwankungen von Wind- und Solarstrom ausgleichen. In den USA allein gingen 2025 Speicheranlagen mit einer Leistung von über 18 Gigawatt ans Netz.

Doppelrolle der KI

Auch Künstliche Intelligenz gewinnt trotz ihrer negativen Effekte beim Energiebedarf für den Klimaschutz an Bedeutung. Moderne KI-Systeme optimieren Verkehrsflüsse, verbessern Wettervorhersagen und beschleunigen die Klimaforschung. Gleichzeitig treibt der hohe Strombedarf von Rechenzentren auch Investitionen in saubere Energie und Netzausbau an.

Auf internationaler Ebene gab es ebenfalls Fortschritte. Der Hochsee-Schutzvertrag erreichte die nötigen Ratifizierungen und tritt 2026 in Kraft, wodurch erstmals große Teile der internationalen Gewässer unter Schutz gestellt werden können. Zudem erklärte der Internationale Gerichtshof, Staaten könnten gegen internationales Recht verstoßen, wenn sie das 1,5-Grad-Ziel nicht ernsthaft verfolgen. Das ist ein wichtiges Signal für Klimaklagen.

Neben der Emissionsminderung rückte auch die Anpassung an die Folgen der Klimakrise stärker in den Fokus. Neue Finanzzusagen für ärmere Länder und innovative Instrumente wie Katastrophenanleihen sollen helfen, die Folgen extremer Wetterereignisse besser abzufedern. Insgesamt zeigt sich: Trotz anhaltender Risiken und politischer Widerstände gewinnt der globale Klimaschutz an Substanz - auch wenn der Weg zu sicheren Emissionspfaden noch weit ist.

Zusammenfassung
  • Energiewende-Investitionen erreichen 2025 Rekordwert von 2,2 Billionen Dollar
  • Wind- und Solarenergie decken kompletten weltweiten Zuwachs beim Strombedarf
  • China stellt mehr als zwei Drittel der neuen Solar- und Windkraftleistung bereit
  • Batteriespeicherpreise sinken auf historischen Tiefstand von 108 Dollar pro kWh
  • Künstliche Intelligenz gewinnt trotz hohen Energiebedarfs für Klimaschutz an Bedeutung
  • Hochsee-Schutzvertrag wird 2026 in Kraft treten und internationale Gewässer schützen
  • Internationaler Gerichtshof erkennt Verfolgung des 1,5-Grad-Ziels als rechtlich bindend an

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