Die wahren Bildschirm-Süchtigen:
Senioren werden neue Risiko-Gruppe

Lange galt die Sorge vor übermäßigem Medienkonsum vor allem Jugendlichen. Aktuelle Daten zeigen jedoch, dass inzwischen auch Senioren zu einer Risiko-Gruppe für entsprechendes Sucht-Verhalten geworden sind.
Internet, Laptop, Technologie, Brille, Innovation, Schreibtisch, Produktivität, Cartoon, Kreativität, Büroalltag, Kaffeetasse, Zahnräder, Rentner, Ideenentwicklung, Digital Natives, Seniorenarbeit

Mehr Bildschirmzeit als Jugendliche

Das lässt sich unter anderem in Großbritannien beobachten, wie das Magazin The Economist berichtet. Dort behandelt das staatliche National Centre for Gaming Disorders seit seiner Gründung 2019 nicht nur Jugendliche mit problematischem Spielverhalten, sondern inzwischen auch Menschen über 40, bis hin zu einer 72-jährigen Patientin mit einer ausgeprägten Smartphone-Spielsucht.

Was zunächst ungewöhnlich klingt, passt zu einem breiteren Trend: Mit der Generation der heutigen 60- bis 70-Jährigen geht erstmals eine Gruppe in Rente, die bereits seit Jahrzehnten vertraut ist mit Computern, Tablets und Mobiltelefonen.


Studien zeigen, dass Senioren inzwischen häufiger über mehrere digitale Geräte verfügen als viele junge Erwachsene. Smart-TVs, Tablets und E-Reader gehören für viele zur Grundausstattung, und selbst Spielkonsolen finden sich vermehrt in Wohnzimmern von Menschen jenseits der 60. Dadurch nimmt die tägliche Bildschirmzeit deutlich zu. Und anders als bei Jugendlichen ersetzt sie oft nicht den Fernsehkonsum - sie kommt einfach hinzu. So verbringen britische Senioren inzwischen zusammengenommen mehr Zeit vor Bildschirmen als junge Erwachsene.

Weniger soziale Kontrolle

Mit der wachsenden Nutzung steigen allerdings auch Risiken. Ältere Menschen sind anfälliger für Online-Betrug, da Bankdaten und Zahlungsfunktionen häufig direkt mit dem Gerät verknüpft sind. Zugleich fehlt ihnen oft ein soziales Umfeld, das eingreift, wenn Gewohnheiten aus dem Ruder laufen. Probleme wie Schlaflosigkeit, Angst und Rückzug können dadurch verstärkt werden.

Doch die Entwicklung hat auch eine positive Seite: Für viele ältere Menschen bedeutet digitale Vernetzung ein Stück Lebensqualität. Online-Gottesdienste, Videotelefonie mit der Familie oder virtuelle Sportangebote schaffen Teilhabe, besonders wenn die eigene Mobilität eingeschränkt ist. Fachleute betonen daher: Entscheidend ist nicht die Bildschirmzeit allein, sondern wie sie genutzt wird - und ob jemand dabei den Kontakt zur realen Welt behält.

Zusammenfassung
  • Senioren zeigen zunehmend problematisches Mediennutzungsverhalten
  • Erstmals gehen technikaffine Menschen mit digitaler Erfahrung in Rente
  • Ältere Menschen besitzen oft mehr digitale Geräte als junge Erwachsene
  • Bildschirmzeit kommt bei Senioren häufig zum TV-Konsum noch hinzu
  • Fehlende soziale Kontrolle kann zu problematischen Nutzungsmustern führen
  • Ältere Menschen sind besonders anfällig für Online-Betrugsmaschen
  • Digitale Medien ermöglichen vielen Senioren wichtige soziale Teilhabe

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!