Überraschende Ankündigung:
China nutzt Klima-Crash der US-Regierung
Die Staatsführung Chinas nutzt die Gelegenheit, die ihr vom reaktionären Kurs der US-Regierung geboten wird, um ihr Image in der Welt deutlich aufzuwerten. Präsident Xi Jinping überraschte jetzt mit einem klaren Zeitplan zur Reduzierung von Treibhausgasen.
Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die USA unter Präsident Donald Trump ihre Klimapolitik deutlich zurückfahren. Trump bezeichnete den menschengemachten Klimawandel, an dem kein Fachwissenschaftler ernsthaft zweifelt - erst kürzlich als "Schwindel". Vor diesem Hintergrund wird Chinas Schritt international aufmerksam verfolgt.
Umweltschützer reagierten jedoch mit gemischten Gefühlen. "Selbst wer die Erwartungen niedrig ansetzt, wird enttäuscht", sagte Yao Zhe, Politikberaterin bei Greenpeace Ostasien. Kritiker betonen, dass die neuen Ziele nicht ausreichen, um die global vereinbarten Klimaziele zu erreichen.
Hintergrund ist das Pariser Klimaabkommen von 2015, in dem sich knapp 200 Staaten verpflichtet haben, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Alle fünf Jahre müssen die Länder neue Klimapläne vorlegen. Der ursprüngliche Abgabetermin im Februar wurde bereits verpasst, nun drängt die Zeit: Bis Ende September sollen die Zusagen stehen, bevor im November die Weltklimakonferenz COP30 in Brasilien beginnt.
China stößt derzeit rund ein Viertel der klimaschädlichen Gase weltweit aus - fast 14 Milliarden Tonnen im Jahr 2023. Eine Reduktion um zehn Prozent entspräche 1,4 Milliarden Tonnen und hätte damit durchaus bereits ein erhebliches Gewicht. Zugleich weisen Fachleute darauf hin, dass nach wissenschaftlichen Szenarien für das 1,5-Grad-Ziel deutlich größere Einsparungen nötig wären - teils mehr als 50 Prozent bis 2035.
Xi kündigte ergänzend an, die Kapazität von Wind- und Solarenergie bis 2035 auf mehr als das Sechsfache des Niveaus von 2020 auszubauen, den Waldbestand deutlich zu erhöhen und Elektrofahrzeuge zum Standard im Neuwagenmarkt zu machen. Dennoch bleibt eine Lücke zwischen den Erfordernissen des Klimaschutzes und den tatsächlichen politischen Zusagen - nicht nur in China, sondern weltweit.
Siehe auch:
Klare Reduktionszusage
In einer Videobotschaft an die Vereinten Nationen in New York kündigte er an, das Land werde seine Emissionen bis 2035 um 7 bis 10 Prozent senken - mit dem Anspruch, "möglichst noch besser" abzuschneiden. Solch klar nachvollziehbare Zielsetzungen hatte man in Peking bisher komplett vermieden.Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die USA unter Präsident Donald Trump ihre Klimapolitik deutlich zurückfahren. Trump bezeichnete den menschengemachten Klimawandel, an dem kein Fachwissenschaftler ernsthaft zweifelt - erst kürzlich als "Schwindel". Vor diesem Hintergrund wird Chinas Schritt international aufmerksam verfolgt.
Umweltschützer reagierten jedoch mit gemischten Gefühlen. "Selbst wer die Erwartungen niedrig ansetzt, wird enttäuscht", sagte Yao Zhe, Politikberaterin bei Greenpeace Ostasien. Kritiker betonen, dass die neuen Ziele nicht ausreichen, um die global vereinbarten Klimaziele zu erreichen.
Hintergrund ist das Pariser Klimaabkommen von 2015, in dem sich knapp 200 Staaten verpflichtet haben, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Alle fünf Jahre müssen die Länder neue Klimapläne vorlegen. Der ursprüngliche Abgabetermin im Februar wurde bereits verpasst, nun drängt die Zeit: Bis Ende September sollen die Zusagen stehen, bevor im November die Weltklimakonferenz COP30 in Brasilien beginnt.
Viel, aber zu wenig
UN-Generalsekretär António Guterres mahnte vor der New Yorker Tagung, nur drastische Kürzungen in den kommenden Jahren könnten das 1,5-Grad-Ziel noch retten. Immerhin ist die Marke im letzten Jahr schon erreicht worden, was zumindest teilweise aber auch auf Sondereffekte zurückzuführen war.China stößt derzeit rund ein Viertel der klimaschädlichen Gase weltweit aus - fast 14 Milliarden Tonnen im Jahr 2023. Eine Reduktion um zehn Prozent entspräche 1,4 Milliarden Tonnen und hätte damit durchaus bereits ein erhebliches Gewicht. Zugleich weisen Fachleute darauf hin, dass nach wissenschaftlichen Szenarien für das 1,5-Grad-Ziel deutlich größere Einsparungen nötig wären - teils mehr als 50 Prozent bis 2035.
Xi kündigte ergänzend an, die Kapazität von Wind- und Solarenergie bis 2035 auf mehr als das Sechsfache des Niveaus von 2020 auszubauen, den Waldbestand deutlich zu erhöhen und Elektrofahrzeuge zum Standard im Neuwagenmarkt zu machen. Dennoch bleibt eine Lücke zwischen den Erfordernissen des Klimaschutzes und den tatsächlichen politischen Zusagen - nicht nur in China, sondern weltweit.
Zusammenfassung
- China kündigt überraschend konkrete Emissionsreduktionsziele bis 2035 an
- Präsident Xi verspricht Senkung der Treibhausgase um 7 bis 10 Prozent
- Ankündigung erfolgt während die USA unter Trump Klimapolitik zurückfahren
- Umweltschützer kritisieren die chinesischen Ziele als nicht ausreichend
- UN-Generalsekretär Guterres fordert drastischere Maßnahmen zum Klimaschutz
- China plant massiven Ausbau erneuerbarer Energien auf das Sechsfache
- Trotz Chinas Ankündigungen bleibt weltweit eine Lücke bei Klimaschutzzielen
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