Zu hohe Strahlung: Apple kündigt iOS-Update für ältere iPhones in EU an
Apple beugt sich der EU und rollt ein Update für das fünf Jahre alte iPhone 12 und seine verschiedenen Varianten aus. Das Smartphone überschritt laut französischer Testbehörden die Strahlungsgrenzwerte. In Cupertino sieht man das etwas anders.
Der Konflikt begann bereits im September 2023. Damals meldete die französische Strahlenschutzbehörde ANFR, dass das Smartphone die geltenden Grenzwerte für die spezifische Absorptionsrate überschreite. Kurzzeitig drohte sogar ein Rückruf. Das Problem liegt laut Apple jedoch an den eingesetzten Testverfahren der französischen Behörden. Dennoch rollte man ein Update gegen die 'überhöhte' Strahlung in Frankreich aus.
Die ANFR verwendete jedoch ein Testprotokoll, das diesen Off-Body-Detection-Mechanismus nicht berücksichtigte und forderte das Einhalten der On-Body-SAR-Grenzwerte auch im Off-Body-Zustand. Diese Entscheidung ist jedoch nicht konsistent mit internationalen Standards.
Apple widersprach damals der angewandten Testmethode, kooperierte aber mit den Behörden und brachte mit iOS 17.1 bereits ein Software-Update speziell für den französischen Markt heraus. In den kommenden Wochen folgt nach der Entscheidung der EU-Kommission mit zwei Jahren Verzögerung also der europaweite Rollout.
Der deutsche SAR-Grenzwert liegt im Übrigen bei zwei Watt pro Kilogramm für Kopf und Rumpf sowie vier Watt pro Kilogramm für Gliedmaßen. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz erreicht das iPhone 12 beim SAR-Wert am Ohr und am Körper jeweils 0,98 beziehungsweise 0,99 Watt pro Kilogramm. Damit liegt das Smartphone deutlich unter dem deutschen Grenzwert. Diese Diskrepanz verdeutlicht die Komplexität unterschiedlicher Testmethoden und deren Interpretation innerhalb der EU.
Was denkt ihr über die Anpassung der Sendeleistung beim iPhone 12? Seht ihr das Update als Schutz eurer Gesundheit oder haltet ihr es für unnötig? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
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Siehe auch:
- Apple rollt nach EU-Entscheidung iOS-Update für iPhone 12 in Europa aus
- Französische Behörden stellten erhöhte Strahlung über dem Grenzwert fest
- Das Smartphone verfügt über Off-Body-Detection für erhöhte Sendeleistung
- Testverfahren der französischen ANFR berücksichtigten diese Funktion nicht
- Update verringert die Sendeleistung, was Mobilfunkempfang beeinträchtigen kann
- Apple widerspricht der Testmethodik, akzeptiert aber die EU-Entscheidung
- Das Gerät liegt laut deutschen Behörden deutlich unter Strahlungsgrenzwerten
Apple gibt nach jahrelangem Streit nach
Apple wird in den kommenden Wochen ein Software-Update für das iPhone 12 in der gesamten Europäischen Union ausrollen. Das mittlerweile fünf Jahre alte Smartphone weist laut französischer Behörden einen zu hohen Strahlungswert auf. Tests fanden einen SAR-Wert von 5,74 Watt pro Kilogramm, während der EU-Grenzwert bei vier Watt pro Kilogramm liegt. Die Europäische Kommission bestätigte am 19. August die französischen Befunde als "gerechtfertigt".Der Konflikt begann bereits im September 2023. Damals meldete die französische Strahlenschutzbehörde ANFR, dass das Smartphone die geltenden Grenzwerte für die spezifische Absorptionsrate überschreite. Kurzzeitig drohte sogar ein Rückruf. Das Problem liegt laut Apple jedoch an den eingesetzten Testverfahren der französischen Behörden. Dennoch rollte man ein Update gegen die 'überhöhte' Strahlung in Frankreich aus.
Technische Ursache der Überschreitung
iPhones verfügen seit über einem Jahrzehnt über eine sogenannte Off-Body-Detection-Funktion, die eine leicht erhöhte Sendeleistung erlaubt, wenn das Telefon etwa auf einem Tisch liegt. Diese Funktion wurde in der Vergangenheit als wirksamer Mechanismus zur SAR-Einhaltung verifiziert, da die höhere Leistung nicht für die SAR-Compliance relevant ist, wenn sich das Telefon nicht am Körper des Nutzers befindet.Die ANFR verwendete jedoch ein Testprotokoll, das diesen Off-Body-Detection-Mechanismus nicht berücksichtigte und forderte das Einhalten der On-Body-SAR-Grenzwerte auch im Off-Body-Zustand. Diese Entscheidung ist jedoch nicht konsistent mit internationalen Standards.
Auswirkungen des Updates
Das Update bewirkt, dass das iPhone 12 die Sendeleistung nicht mehr erhöht, wenn der Off-Body-Zustand erkannt wird. In Gebieten mit schwachem Mobilfunksignal kann das zu einer geringfügig schlechteren Mobilfunkleistung in bestimmten Anwendungsfällen führen. Die große Mehrheit der Nutzer wird jedoch keine Auswirkungen bemerken.Apple widersprach damals der angewandten Testmethode, kooperierte aber mit den Behörden und brachte mit iOS 17.1 bereits ein Software-Update speziell für den französischen Markt heraus. In den kommenden Wochen folgt nach der Entscheidung der EU-Kommission mit zwei Jahren Verzögerung also der europaweite Rollout.
Unterschiedliche Grenzwerte in Europa
Apple äußert sich dennoch kritisch gegenüber dem französischen Testverfahren. "Wir sind weiterhin mit dem Testansatz der französischen ANFR nicht einverstanden", erklärte man in einer Stellungnahme (via BGNES). Das Unternehmen respektiere aber die Entscheidung der Europäischen Kommission und versichere, dass Kunden "ihr iPhone 12 mit vollem Vertrauen nutzen können, so wie sie es immer getan haben".Der deutsche SAR-Grenzwert liegt im Übrigen bei zwei Watt pro Kilogramm für Kopf und Rumpf sowie vier Watt pro Kilogramm für Gliedmaßen. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz erreicht das iPhone 12 beim SAR-Wert am Ohr und am Körper jeweils 0,98 beziehungsweise 0,99 Watt pro Kilogramm. Damit liegt das Smartphone deutlich unter dem deutschen Grenzwert. Diese Diskrepanz verdeutlicht die Komplexität unterschiedlicher Testmethoden und deren Interpretation innerhalb der EU.
Was denkt ihr über die Anpassung der Sendeleistung beim iPhone 12? Seht ihr das Update als Schutz eurer Gesundheit oder haltet ihr es für unnötig? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
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Siehe auch:
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Thema:
Felix KrauthRedakteur für Windows & Hardware
War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.
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