Riesige DNA-Studie: Ethnie und Erbgut haben wenig miteinander zu tun
Eine große Studie aus den USA zeigt, dass die ethnische Zuordnung von Menschen nicht zwangsläufig mit ihrer genetischen Abstammung übereinstimmt. Die gewonnenen Daten sind u.a. für die Entwicklung personalisierter medizinischer Behandlungen wichtig.
Für die Arbeit wurden die DNA-Daten von über 230.000 Personen, die an der "All of Us"-Initiative des US-amerikanischen National Institutes of Health teilgenommen hatten, analysiert und miteinander verglichen. Ziel des Projekts ist es, durch eine möglichst diverse Teilnehmerbasis Fortschritte in der Präzisionsmedizin zu erzielen - also individuell angepasste Therapien zu entwickeln, die genetische, umweltbedingte und lebensstilbezogene Faktoren berücksichtigen.
Die Analyse zeigte, dass Menschen, die sich derselben ethnischen Gruppe zuordnen, genetisch teils erhebliche Unterschiede aufweisen. Umgekehrt fanden sich genetische Überschneidungen zwischen verschiedenen Gruppen. "Die meiste genetische Vielfalt existiert innerhalb der Gruppen - nicht zwischen ihnen", so das Fazit des Forschungsteams. Anstelle klarer genetischer Cluster entlang ethnischer Linien traten vielmehr fließende Übergänge zutage.
Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass soziale Konzepte wie "Rasse" und "Ethnie" keine geeigneten Platzhalter für genetische Herkunft in wissenschaftlichen Studien darstellen. Diese Kategorien seien zwar für sozialwissenschaftliche Fragestellungen weiterhin relevant, in genetischen Analysen jedoch irreführend.
Siehe auch:
230.000 DNA-Analysen
"Diese Studie ist wegweisend, weil sie mit höchster Auflösung das Verhältnis zwischen genetischer Vielfalt und den in den USA gebräuchlichen Kategorien von Rasse und Ethnie beleuchtet", erklärt Mitautor Eduardo Tarazona-Santos von der Bundesuniversität Minas Gerais in Brasilien. Die Forschungsarbeit wurde im Fachjournal The American Journal of Human Genetics veröffentlicht.Für die Arbeit wurden die DNA-Daten von über 230.000 Personen, die an der "All of Us"-Initiative des US-amerikanischen National Institutes of Health teilgenommen hatten, analysiert und miteinander verglichen. Ziel des Projekts ist es, durch eine möglichst diverse Teilnehmerbasis Fortschritte in der Präzisionsmedizin zu erzielen - also individuell angepasste Therapien zu entwickeln, die genetische, umweltbedingte und lebensstilbezogene Faktoren berücksichtigen.
Die Analyse zeigte, dass Menschen, die sich derselben ethnischen Gruppe zuordnen, genetisch teils erhebliche Unterschiede aufweisen. Umgekehrt fanden sich genetische Überschneidungen zwischen verschiedenen Gruppen. "Die meiste genetische Vielfalt existiert innerhalb der Gruppen - nicht zwischen ihnen", so das Fazit des Forschungsteams. Anstelle klarer genetischer Cluster entlang ethnischer Linien traten vielmehr fließende Übergänge zutage.
Hohe Diversität
Ein weiterer Fokus lag auf regionalen Unterschieden innerhalb derselben Selbstkategorien. So wiesen hispanische Teilnehmende aus Kalifornien, Texas und Arizona einen hohen Anteil indigener Abstammung auf - ein Erbe der historischen Zugehörigkeit dieser Gebiete zu Mexiko. Hispanics in New York hingegen zeigten deutlich höhere Anteile afrikanischer Herkunft, was mit Migrationsbewegungen aus der Karibik übereinstimme.Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass soziale Konzepte wie "Rasse" und "Ethnie" keine geeigneten Platzhalter für genetische Herkunft in wissenschaftlichen Studien darstellen. Diese Kategorien seien zwar für sozialwissenschaftliche Fragestellungen weiterhin relevant, in genetischen Analysen jedoch irreführend.
Zusammenfassung
- Genetische Studie mit 230.000 Teilnehmern zeigt Diskrepanz zwischen Ethnie und DNA
- Ethnische Zuordnung stimmt laut US-Studie nicht zwangsläufig mit genetischem Erbe überein
- Erkenntnisse der Studie sind für die Entwicklung personalisierter Medizin wichtig
- Meiste genetische Vielfalt existiert innerhalb ethnischer Gruppen, nicht zwischen ihnen
- Bei hispanischen Teilnehmern zeigten sich je nach Region unterschiedliche Abstammungsmuster
- Soziale Konzepte wie 'Rasse' und 'Ethnie' eignen sich nicht als Marker für genetische Herkunft
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