US-Embargo: Xiaomis neue CPU-Revolution schon bald wieder vorbei?

Xiaomi hat gerade erst sein erstes eigenes Flaggschiff-SoC für Smartphones und Tablets vorgestellt, doch der chinesische Elektronikhersteller könnte aufgrund neuer US-Sanktionen schon bald nicht mehr legal an neuen High-End-Chips arbeiten dürfen.
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Xiaomi als einer der ersten Anbieter von neuem Embargo betroffen

Laut einem Bericht der Financial Times ist Xiaomi als einer der ersten Hersteller direkt von einer neuen Vorgabe des US Department of Commerce betroffen, die es den in den USA ansässigen Herstellern von sogenannter Electronic Design Automation (EDA) Software untersagt, ihre Technologie an chinesische Abnehmer zu verkaufen.

Bisher liegen kaum Details zu den neuen Vorgaben vor, doch laut dem Bericht gilt es als wahrscheinlich, dass Xiaomi und andere chinesische Firmen, wie Lenovo und die Kryptofirma Bitmain, künftig keine Updates mehr für ihre Design-Tools von US-Herstellern erhalten. Aktuelle Lizenzen dürften also weiter verwendet werden, doch für künftige Updates wäre der Weg wohl versperrt, heißt es.

'Piraterie' als schnelle Lösung?

Zu den US-Firmen, die chinesische Abnehmer bisher trotz bereits bestehender Embargos weiter mit EDA-Software versorgen dürfen, gehören Anbieter wie Synopsys und Cadence. Durch die neuen Einschränkungen, die im Mai angekündigt wurden, will die US-Regierung verhindern, dass China seine Fähigkeiten rund um moderne Chips weiter ausbauen kann.

Weil die Fertigung der chinesischen Chips, die mit der US-Software bisher entwickelt wurden, zum Großteil beim taiwanischen Vertragsfertiger TSMC erfolgt, könnte man auch hier an Grenzen stoßen. Da TSMC seine Fertigungstechnologien ständig weiterentwickelt, könnten die Designs aus China künftig nicht mehr mit den modernsten Produktionsstandards hergestellt werden können, so der Bericht weiter.

Für die chinesischen Chiphersteller zeichnet sich allerdings eine "Lösung" ab. So scheinen immer mehr chinesische Chipentwickler einfach illegale Kopien der neuesten Versionen von EDA-Lösungen von US-Herstellern wie Cadence oder Synopsys zu verwenden. Es sei einfach, die Update-Sperren der Software-Lieferanten zu umgehen, um so an die neuesten Versionen der EDA-Software zu gelangen, so der Bericht weiter.
Zusammenfassung
  • Xiaomi könnte nach Vorstellung seines ersten Flaggschiff-SoC durch neue US-Sanktionen eingeschränkt werden
  • US-Vorgaben verbieten den Verkauf von EDA-Software an chinesische Abnehmer wie Xiaomi und Lenovo
  • Bestehende Software-Lizenzen bleiben nutzbar, jedoch werden künftige Updates wahrscheinlich blockiert
  • US-Regierung will durch Einschränkungen Chinas Fortschritte bei modernen Chips begrenzen
  • Produktion bei TSMC könnte für chinesische Designs mit modernsten Standards schwierig werden
  • Chinesische Chiphersteller umgehen zunehmend Update-Sperren durch illegale Software-Kopien

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