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700 Inder als "Chatbot":
Microsoft-unterstütztes "KI"-Startup kollabiert

Ein als KI-Durchbruch gefeiertes App-Entwicklungssystem entpuppt sich als Betrug: Hinter der Natasha-"KI" von Builder.ai steckten in Wahrheit 700 indische Programmierer. Das einst mit 1,5 Mrd. $ be­wer­te­te, von Microsoft unterstützte Startup meldete Insolvenz an.
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Menschliche Täuschung statt künstlicher Intelligenz

Das einst hochgelobte KI-Startup Builder.ai steht vor dem Aus: Statt einer fortschrittlichen KI-Lösung namens Natasha sollen tatsächlich rund 700 Programmierer in Indien die Kundenaufträge bearbeitet haben. Die Vorwürfe gegen das insolvente Unternehmen wiegen schwer.

Builder.ai behauptete zuvor, eine weitgehend automatisierte App-Entwicklungsplattform geschaffen zu haben. Das Versprechen: Nach einem Baukastensystem sollten Kunden die erforderlichen Features für ihr gewünschtes Programm auswählen, die angebliche KI erledigte dann den Rest. Doch in Wirklichkeit stützte sich das System stark auf menschliche Entwickler.

Laut Bloomberg fälschte Builder.ai jahrelang Geschäfte mit dem indischen Social-Media-Startup VerSe Innovation, um seine Verkaufszahlen künstlich aufzublähen. Die beiden Unternehmen stellten sich zwischen 2021 und 2024 routinemäßig gegenseitig Rechnungen über etwa die gleichen Beträge aus. Das geschah im Rahmen einer als "Round-Tripping" bekannten Praxis, die Builder.ai nutzte, um die Umsatzzahlen zu manipulieren, die es Investoren präsentierte. In vielen Fällen wurden für diese Zahlungen tatsächlich keine Produkte oder Dienstleistungen an eines der beiden Unternehmen geliefert.

Vom Einhorn zum Bankrott

Das Unternehmen hatte beeindruckende 445 Millionen Dollar (etwa 391 Millionen Euro) von Investoren wie Microsoft und SoftBank Group eingesammelt. Doch in dieser Woche musste die in Großbritannien ansässige Firma Insolvenzverfahren einleiten.

Bei aktuellen Recherchen enthüllten Mitarbeiter nun, dass die Kerntechnologie zum Erstellen von Apps mit künstlicher Intelligenz größtenteils ein Fake bzw. Betrug war, denn die eigentliche Arbeit wurde von 700 Softwareentwicklern in Indien durchgeführt. Die Masche war durchaus clever, wie der Investor Bernhard Engelbrecht mit einigem Augenzwinkern auf X schreibt: "Gleichzeitig gab es bei den 'von KI geschriebenen' Apps ständig Probleme, der Code war unlesbar, die Funktionen haben nicht funktioniert - im Grunde war alles wie echte künstliche Intelligenz."

Nicht erstes "AI Washing"

Der Fall Builder.ai ist jedoch kein Einzelfall. Ein ähnliches Phänomen wurde vor rund einem Jahr bei Amazons "Just Walk Out"-Technologie beobachtet, die teilweise auf mehr als 1000 Personen in Indien angewiesen war, die Videos überwachten und kennzeichneten, um sicherzustellen, dass das angeblich vollautomatische Kassensystem korrekt funktionierte.

Was haltet ihr von diesem Fall? Glaubt ihr, dass solche Täuschungen in der KI-Branche häufiger vorkommen als bekannt? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Microsoft-unterstütztes Startup Builder.ai hat Insolvenz angemeldet
  • Statt KI-Lösung Natasha arbeiteten 700 indische Programmierer im Hintergrund
  • Das Unternehmen hatte 445 Millionen Dollar von namhaften Investoren erhalten
  • Builder.ai manipulierte Umsatzzahlen durch Scheingeschäfte mit VerSe Innovation
  • Ähnlicher Fall bei Amazons 'Just Walk Out'-Technologie mit indischen Mitarbeitern
  • Die angeblich KI-generierte App-Entwicklung entpuppte sich als menschliche Arbeit
  • Das einst mit 1,5 Milliarden Dollar bewertete Unternehmen steht vor dem Aus

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