China blockiert während Uni-Aufnahmeprüfungen den Zugriff auf KIs

Während Millionen von Schülern in China entscheidende Uni-Auf­nah­me­prü­fun­gen ablegen, haben Technologiekonzerne wie Alibaba, Tencent und ByteDance ihre KI-Funktionen vorübergehend eingeschränkt. Die Maßnahme soll Be­trugs­ver­su­che verhindern.
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Chinas größte Technologieunternehmen haben während der landesweiten "Gaokao" genannten Hochschulaufnahmeprüfungen wichtige KI-Funktionen ihrer Chatbots vorübergehend deaktiviert. Konzerne wie Alibaba, Tencent und ByteDance schränkten insbesondere die Bilderkennung und das Beantworten von Prüfungsfragen durch ihre KI-Systeme ein, um Betrugsversuche zu verhindern. Die Maßnahme betrifft etwa 13,35 Millionen Schüler, die vom 7. bis 10. Juni an den mehrtägigen Tests teilnehmen.

Die strengen Beschränkungen erfassen einige der beliebtesten KI-Anwendungen des Landes. Alibabas Chatbot Qwen und Doubao von Bytedance blockierten die Bilderkennungsfunktionen, wenn Nutzer versuchten, Prüfungsmaterialien hochzuladen. Tencents Yuanbao und Moonshots Kimi setzten ihre Bilderkennungsdienste während der Prüfungszeiten komplett aus. Bei entsprechenden Anfragen erhielten Nutzer lediglich den Hinweis: "Um die Fairness der Hochschulaufnahmeprüfungen zu gewährleisten, kann diese Funktion während der Prüfungszeit nicht genutzt werden."

Entscheidender Test für Millionen

Wie Bloomberg berichtet, ist die Gaokao-Prüfung ein entscheidendes Ereignis im Leben vieler chinesischer Jugendlicher. Die Prüfungsergebnisse entscheiden maßgeblich über ihre Zukunft, da sie in China oft der einzige Weg sind, einen Studienplatz an einer Universität zu erhalten.


Die Gaokao gilt als eine der härtesten Bildungstests weltweit. Anders als in westlichen Ländern, wo Universitätszulassungen oft auf mehreren Faktoren wie Schulnoten, Aufsätzen und außerschulischen Aktivitäten basieren, hängt in China fast alles von dieser einen Prüfung ab. Vor allem auch deshalb, weil für Schüler aus ländlichen oder einkommensschwachen Verhältnissen Gaokao eine seltene Chance für sozialen Aufstieg darstellt.

Balanceakt zwischen Bildung und KI

Die Sperrung der KI-Tools spiegelt Chinas ambivalentes Verhältnis zur künstlichen Intelligenz im Bildungsbereich wider. Einerseits fördert das Land aktiv die KI-Bildung - ab September 2025 soll KI-Unterricht landesweit für alle Grund- und Sekundarschüler verpflichtend werden. Andererseits hat das Bildungsministerium im vergangenen Monat klare Grenzen gezogen: Während Schulen schon früh KI-Talente fördern sollen, dürfen Schüler KI-generierte Inhalte nicht als Antworten in Hausaufgaben und Tests verwenden.

Diese Doppelstrategie zeigt sich auch in den aktuellen Maßnahmen. Die Tech-Unternehmen handeln wohlgemerkt selbstständig, um die Integrität der Prüfungen zu schützen - vermutlich auch, um regulatorischen Schritten zuvorzukommen.

Was haltet ihr von dieser Maßnahme der chinesischen Tech-Konzerne? Sollten Bildungssysteme weltweit ähnliche Schritte unternehmen oder lieber lernen, mit KI-Technologien umzugehen? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Chinesische Tech-Konzerne deaktivieren KI-Funktionen während Gaokao
  • Alibaba, Tencent und ByteDance schränken Bilderkennung und Antworten ein
  • Maßnahmen betreffen 13,35 Millionen Schülerinnen und Schüler vom 7. bis 10. Juni
  • Gaokao-Prüfung gilt als einer der härtesten Bildungstests weltweit
  • Prüfungsergebnisse entscheiden maßgeblich über die Zukunft der Jugendlichen
  • China führt ab September 2025 verpflichtenden KI-Unterricht ein
  • Verwendung KI-generierter Inhalte in Tests und Hausaufgaben bleibt verboten

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