Teures Internet: Deutsche zahlen fast dreimal mehr als die Nachbarn

In den letzten Jahren hat sich in Deutschland bezüglich Breitband-Versorgung zwar scheinbar viel getan - doch ein genauer Blick zeigt, dass die Nutzer hierzulande noch immer schlecht dran sind: Nir­gend­wo zahlt man sonst annähernd so viel.
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Preis pro Megabit

Beim britischen Vergleichsportal Bestbroadbanddeals.co.uk hat man die Preise für einen Vergleich der europäischen Staaten so heruntergebrochen, dass klar wird, was der Nutzer pro Megabit anliegender Übertragungsgeschwindigkeit bei einem stationären Anschluss bezahlen muss.

Deutschland ist hier mit deutlichem Abstand am teuersten: Immerhin 1 Euro pro Megabit verlangen die Provider hier im Durchschnitt. Auf diesen Preis kam man durch die Errechnung eines Durchschnittswertes von 40 Tarifen, die in den betrachteten Ländern verfügbar sind.


Nach Deutschland kommen Österreich und Belgien als teuerste Märkte im EU-Raum. Hier lag der Durchschnitt allerdings nur bei 35 Cent pro Megabit. Damit zahlen deutsche Nutzer also fast das Dreifache für die gleiche Leistung, wie in den ansonsten teuersten Märkten. Am günstigsten kommen die Verbraucher in Rumänien weg, wo nur 1 Cent pro Megabit verlangt wird, in Polen und der Slowakei sind es 3 Cent.

Etwas anders sieht es aus, wenn man die generelle Kaufkraft mitberechnet. Aber auch dann zahlen deutsche Nutzer überdurchschnittlich viel. Insbesondere wenn man berücksichtigt, dass die Kaufkraft in Österreich und Belgien sogar höher liegt als in Deutschland, die Internet-Preise aber trotzdem deutlich günstiger sind.

Zu viel Telekom

"Dass die deutschen Anbieter die mit Abstand höchsten Megabit-Preise in der EU verlangen, liegt in erster Linie an der aus Verbrauchersicht unzureichenden Wettbewerbssituation", erklärte Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte beim Vergleichsportal Verivox. "Obwohl der deutsche Markt seit 1998 liberalisiert ist, hängen auch heute noch viele Wettbewerber am Tropf der Deutschen Telekom: Sie kaufen deren Vorleistungsprodukte zu festgelegten Preisen ein."

Hinzu kommt, dass die Telekom als größter Netzbetreiber viel zu lange an der DSL-Technologie festgehalten hat, während der Wettbewerb anderswo durch den Glasfaser-Umstieg massiv angeheizt wurde. Dies führt dazu, dass der Preis pro Megabit im internationalen Vergleich bei Glasfaser-Anschlüssen bereits 47 Prozent niedriger als bei DSL-Anbindungen ist.

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Zusammenfassung
  • Deutsche zahlen im EU-Vergleich am meisten für Breitband-Internet
  • Durchschnittlich 1 Euro pro Megabit, fast dreimal so viel wie Nachbarn
  • Österreich und Belgien folgen mit 35 Cent pro Megabit als teuerste Märkte
  • Rumänien am günstigsten mit nur 1 Cent pro Megabit Übertragungsrate
  • Unzureichende Wettbewerbssituation als Hauptgrund für hohe Preise
  • Langes Festhalten an DSL-Technologie verhinderte Preissenkungen
  • Glasfaser-Anschlüsse sind 47 Prozent günstiger als DSL-Verbindungen

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