Geldnot bremst Intel: Erstes US-Werk seit 40 Jahren kommt noch später

Intels Pläne für den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten im Zuge seiner Wand­lung hin zu einem der größten Auftragsproduzenten haben einen weiteren Rückschlag erlitten. Man verschiebt die Fertigstellung eines neuen Werks in den USA um ganze fünf Jahre.
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Der Bau des Werks läuft schon seit zwei Jahren

Wie die Zeitung Columbus Dispatch berichtet, hat Intel die Bauarbeiten für ein gigantisches neues Chipwerk im US-Bundesstaat Ohio stark zurückgefahren. Dort baut man bereits seit 2022 an einem neuen Standort, der eigentlich noch in diesem Jahr fertig werden sollte. Jetzt wurde der Zeitplan geändert: das Werk in Ohio soll erst 2030 in Betrieb gehen.

Intel will an dem neuen Standort, der eigentlich eines von zwei geplanten neuen Werken in Ohio ist, ganze 28 Milliarden Dollar investieren. Aktuell fehlt dem Konzern aber schlicht das Geld, um die Arbeiten an dem neuen Werk fortzuführen, heißt es. Der US-Chipgigant will dennoch an dem Bau des Werks festhalten, schließlich hat man dort bereits 3,7 Milliarden Dollar investiert. Intel Ohio OneOhio One: So soll das neue Intel mal aussehen

Intel will sein Geld 'verantwortungsvoll' einsetzen

Das zweite Intel-Werk in Ohio wird in seinem Zeitplan ebenfalls nach hinten geschoben. Die Fertigstellung ist dort für 2031 geplant, bevor die Produktion wie am ersten Standort etwa ein Jahr später wirklich anlaufen soll. Intel begründet die Verschiebung auch in diesem Fall mit seinen Finanzierungsproblemen. Außerdem verweist der Konzern auf eine schwächelnde Nachfrage aus dem Prozessormarkt als Grund.

Intel will mit dem Bau der neuen Werke in Ohio eigentlich wie bei den Werken in der Nähe von Magdeburg seinen Umbau zum Konkurrenten des weltweit größten Vertragsfertigers TSMC vorantreiben. Der Bau des deutschen Werks wurde kürzlich wieder auf Eis gelegt, weil Intel erst eine bessere Marktlage abwarten will, obwohl hierzulande gigantische Subventionen zugesagt waren.

In Ohio sollten nur etwa 1,5 Milliarden Dollar aus dem noch unter der Biden-Regierung geschaffenen CHIPS-Act, also dem Fördertopf für den Ausbau der heimischen Chipfertigung in den USA, investiert werden. Intel beteuerte ausdrücklich, dass man die Werke in Ohio, die die Bezeichnungen Ohio One und Ohio Two tragen, tatsächlich fertigstellen will.

Der für die Fertigungssparte zuständige Manager Naga Chandrasekaran erklärte in einer E-Mail an die Mitarbeiter von Intel, dass man mit den verfügbaren Geldern "verantwortungsvoll umgehen" müsse. Durch den geänderten Zeitplan wolle man den Bau der neuen Werke auf eine finanziell verantwortungsvolle Weise fertigstellen, mit der sie von vornherein auf Erfolg eingestellt werden können.
Zusammenfassung
  • Intel verschiebt die Fertigstellung eines neuen Chipwerks in Ohio um 5 Jahre
  • 28 Milliarden Dollar sollen in den neuen Standort investiert werden
  • Finanzierungsprobleme und schwache Nachfrage führen zur Verzögerung
  • Zweites geplantes Werk in Ohio wird ebenfalls später fertiggestellt
  • Intel hält trotz Verschiebung an Bauplänen für beide Werke fest
  • Umbau zum Konkurrenten von TSMC wird durch Verzögerungen gebremst
  • Verantwortungsvoller Umgang mit verfügbaren Geldern laut Intel-Management



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