Trumps Behörden-Chefin: Glasfaserausbau ist "Woke" - lieber Starlink?

In den USA steht der milliardenschwere Breitbandausbau vor einem radikalen Kurswechsel. Trumps neue NTIA-Chefin attackiert die "woke Glasfaser-Agenda" der Vorgängerregierung und könnte bald alternative Technologien bevorzugen.
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Trump-Regierung krempelt weiter um

Seit dem Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump hat die neue US-Administration aufgrund ihrer Aktionen schon für viel Aufsehen gesorgt. International werden Zölle und Gegenzölle eingeführt und Namen von Meeresgebieten patriotisch umbenannt. Doch auch vor der eigenen Haustür wird umgebaut. So erhielten tausende Angestellte US-amerikanischer Behörden eine Droh-Mail, und große Konzerne beenden ihre internen Programme für Diversität und Gleichberechtigung. Jetzt geht es auch dem Internetausbau an den Kragen.

"Woke" Glasfaser-Agenda

Das ambitionierte Breitbandprogramm BEAD (Broadband Equity, Access and Deployment) der USA steht vor einem Umbruch. Die von Donald Trump nominierte neue Leiterin der National Telecommunications and Information Administration (NTIA), Arielle Roth, hat sich kritisch über die bisherige Ausrichtung des 42,5-Milliarden-Dollar-Programms geäußert und beabsichtigt es jetzt völlig umzukrempeln.


Wie unter anderem Ars Technica berichtet, bezeichnete Roth, bisher Telekommunikations-Direktorin des republikanischen Senators Ted Cruz, die Bevorzugung von Glasfasernetzen als "extreme Technologie-Voreingenommenheit" und "woke Agenda" der Biden-Administration.

Die NTIA war einfach damit beschäftigt, alle möglichen zusätzlichen rechtlichen Anforderungen an BEAD zu knüpfen und, offen gesagt, eine 'woke' Agenda zu verfolgen, indem alle möglichen Belastungen auferlegt werden, um von der Teilnahme an dem Programm abzuschrecken und die Kosten in die Höhe zu treiben
Arielle Roth, NTIA-Chefin
Bei den von Roth angesprochenen "Belastungen" dreht es sich etwa um Vorgaben zum Klimaschutz oder Gewerkschaften. Diese Anforderungen würden laut Roth Ressourcen vom eigentlichen Ziel ablenken, die Breitbandlücken in den USA zu schließen.

Der Gebrauch des Wortes "woke" in diesem Kontext ist bemerkenswert und ein Beispiel dafür, wie die aktuelle US-Regierung den Begriff verwendet, um alles, was nicht ihren Ansichten entspricht, emotional aufzuladen. Ursprünglich stand "woke" für ein Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten, insbesondere Rassismus. Inzwischen wird es von konservativen Kreisen oft abwertend verwendet, um progressive Positionen zu Themen wie Klimaschutz oder Gleichberechtigung zu kritisieren.

Eine sinnvolle Neuausrichtung?

Das BEAD-Programm ist Teil der 45-Milliarden-Dollar-Initiative "Internet for All", die 2022 eingeführt wurde. Es sieht vor, jedem Bundesstaat fünf Millionen Dollar für Planungszwecke und mindestens 100 Millionen Dollar für den Breitbandausbau zur Verfügung zu stellen, wobei Staaten mit größerem Bedarf mehr Mittel erhalten.

Experten sehen eine mögliche Neuausrichtung des BEAD-Programms kritisch. Die Biden-Administration hat Glasfaser priorisiert, da es als zukunftssichere Technologie gilt. Eine Abkehr davon könnte bedeuten, dass mehr Fördermittel in Kabelnetzwerke oder Festnetz-Mobilfunk fließen.

Elon Musk könnte profitieren

Neben den erwähnten Technologien spielt in den USA auch Satelliteninternet eine zunehmende Rolle. Projekte wie Starlink von Elon Musk versprechen eine flächendeckende Versorgung, auch in abgelegenen Gebieten. Dass nun aber womöglich ausgerechnet das Unternehmen von Unternehmer Musk, der selbst tief in die Regierungsgeschäfte der Trump-Administration verwickelt ist, von einer Neuausrichtung des Programms profitieren könnte, hinterlässt einen gewissen Geschmack.

Was haltet ihr von der möglichen Neuausrichtung des BEAD-Programms? Sind Anforderungen an solche Projekte in Bereichen wie dem Klimaschutz "woke"? Oder geht es der neuen NTIA-Chefin um etwas anderes? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren - wir sind gespannt auf eure Meinungen!

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Zusammenfassung
  • Neue NTIA-Chefin kritisiert Internetausbau der Vorgängerregierung
  • 42,5-Milliarden-Dollar-Breitbandprogramm BEAD steht vor radikalem Kurswechsel
  • Anforderungen zu Klimaschutz und Gewerkschaften werden als 'woke' gesehen
  • Mögliche Neuausrichtung: Weniger Glasfaser, mehr andere Technologien
  • Experten warnen vor der Abkehr von Glasfaser als zukunftssicherer Technologie
  • Satelliteninternet wie Starlink könnte von Neuausrichtung profitieren
  • Kritik an möglicher Bevorzugung von Elon Musks Unternehmen durch Trump-Regierung



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