Parallels unterstützt jetzt x86-Windows auf allen Apple Silicon-Macs

Die Virtualisierungssoftware Parallels Desktop ermöglicht es mit der neu veröffentlichten Version 20.2, x86-Betriebssysteme auf den ARM-basierten Rechnern Apples zu installieren. Damit lässt sich nun also ein herkömmliches Windows auf Apple Silicon nutzen.
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    Eigenen Emulator integriert

    Bisher konnten Virtualisierungstools wie Parallels Desktop, VMware Fusion oder VirtualBox nur Betriebssysteme virtualisieren, die auf derselben Architektur wie der Host-Rechner basieren. Auf Intel-Macs funktionierte dies nahtlos mit x86-Betriebssystemen wie Windows und Linux. Nach der Umstellung auf die ARM-Architektur war die Virtualisierung jedoch weitgehend auf ARM-Versionen von Windows 11 und Linux beschränkt.

    Mit der neuen Version integriert Parallels Desktop eine x86-Emulation, die auf einem firmeneigenen Emulator und Apples integriertem Hypervisor basiert. Damit können nun traditionelle x86-PC-Betriebssysteme auf Apple Silicon-Macs ausgeführt werden. Laut eines Blogeintrags des Unternehmens war die Nachfrage hoch, insbesondere von Nutzern, die 32-Bit-Windows-Anwendungen nativ ausführen oder alternative Linux-Distributionen verwenden möchten. Windows 11 für x86 auf M1-MacWindows 11 für x86 auf einem M1-Mac Die aktualisierte Version erlaubt die Nutzung von x86_64-Betriebssystemen wie Windows 10, Windows 11, Windows Server 2019/2022 sowie einiger Linux-Distributionen mit UEFI-BIOS. Es können auch neue virtuelle Maschinen mit Windows 10 21H2 und Windows Server 2022 erstellt werden. Allerdings werden nur 64-Bit-x86-Betriebssysteme werden unterstützt, während 32-Bit-Systeme nicht funktionieren - diese können aber in der Regel trotzdem 32-Bit-Anwendungen ausführen.

    Einige Nachteile

    Anwender müssen aber auch noch einige andere Nachteile in Kauf nehmen. So bietet der integrierte Emulator aktuell noch keinen Support für USB-Geräte. Auch die Performance ist begrenzt: Der Windows-Start kann 2 bis 7 Minuten dauern, und die Reaktionsgeschwindigkeit bleibt niedriger als bei einer echten Virtualisierung auf gleicher Hardware, da x86-Befehle in ARM übersetzt werden müssen.

    Die x86-Emulation ist in Parallels Desktop 20.2 noch eine experimentelle Funktion und muss manuell aktiviert werden. Eine detaillierte Anleitung dazu hat das Unternehmen in einem Support-Artikel veröffentlicht. Da Parallels weiterhin eine kostenpflichtige Software ist, könnten Nutzer, die eine kostenlose Alternative suchen, auf UTM zurückgreifen - eine Open-Source-Lösung, die einen passenden Emulator bereitstellt.
    Zusammenfassung
    • Parallels Desktop 20.2 ermöglicht x86-Windows auf Apple Silicon-Macs
    • Neue Version integriert x86-Emulation für ARM-basierte Apple-Rechner
    • Unterstützt Windows 10, 11, Server 2019/2022 und Linux-Distributionen
    • Nur 64-Bit-x86-Betriebssysteme werden unterstützt, 32-Bit nicht
    • Einschränkungen: Kein USB-Support, längere Startzeit, geringere Leistung
    • X86-Emulation ist experimentell und muss manuell aktiviert werden
    • UTM bietet kostenlose Alternative zur kostenpflichtigen Parallels-Software

    Siehe auch:
    Christian Kahle

    Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

    Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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