Hubble-Teleskop enthüllt die intergalaktische Odyssee des Kohlenstoffs

Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Kohlenstoff in unserem Körper eine weite Reise hinter sich hat. Bevor er Teil von uns wurde, könnte er durch die äußeren Bereiche unserer Galaxie oder sogar den intergalaktischen Raum gewandert sein.
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NASA

Kosmische Förderbänder transportieren Lebenselemente

Kohlenstoff ist ein entscheidendes Element für alles Leben auf der Erde und macht etwa 18 Prozent unseres Körpers aus. Doch woher stammt dieser Kohlenstoff eigentlich? Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Atome in unserem Körper eine erstaunliche Reise hinter sich haben könnten.

Die untersuchten Daten stammen dabei vom Weltraumteleskop Hubble. Alle schweren Elemente wie Kohlenstoff entstehen im Inneren von Sternen. Bisher nahm man an, dass diese Elemente nach Supernova-Explosionen direkt für die Bildung neuer Sterne und Planeten zur Verfügung stehen. Doch offenbar ist der Weg deutlich komplizierter.


Zirkumgalaktisches Medium als kosmisches Förderband

Wie Gizmodo berichtet, haben Astronomen in den USA und Kanada nun herausgefunden, dass der Kohlenstoff unseres Körpers möglicherweise einen beträchtlichen Umweg genommen hat. Demnach wurde er zunächst weit aus unserer Galaxie herausgeschleudert, bevor er wieder zurückkehrte.

Verantwortlich für diesen Kreislauf ist das sogenannte zirkumgalaktische Medium (CGM). Dabei handelt es sich um einen riesigen gasförmigen Halo, der Galaxien wie die Milchstraße umgibt. Das CGM fungiert als eine Art kosmisches Förderband, das Materie aus der Galaxie heraus- und wieder hineintransportiert. So kam dann der Kohlenstoff auch zur Erde.

Man kann sich das zirkumgalaktische Medium wie einen riesigen Bahnhof vorstellen. Es schiebt konstant Material hinaus und zieht es wieder hinein. Die schweren Elemente, die Sterne produzieren, werden durch ihre explosiven Supernova-Tode aus ihrer Heimatgalaxie hinaus und in das zirkumgalaktische Medium geschoben, wo sie schließlich wieder hineingezogen werden können und den Zyklus der Stern- und Planetenentstehung fortsetzen.
Samantha Garza, University of Washington
Durch Supernova-Explosionen werden schwere Elemente zunächst aus der Galaxie hinausgeschleudert. Von dort können sie später wieder zurückfallen und den Kreislauf der Stern- und Planetenentstehung fortsetzen.

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Die Forscher nutzten das Cosmic Origins Spectrograph des Hubble-Weltraumteleskops, um das CGM von elf sternbildenden Galaxien zu untersuchen. Dabei entdeckten sie große Mengen Kohlenstoff, der bis zu 391.000 Lichtjahre von seiner Ursprungsgalaxie entfernt war - das Vierfache des Durchmessers der Milchstraße.

Bedeutung für die galaktische Evolution

Diese Entdeckung könnte wichtige Auswirkungen auf unser Verständnis der galaktischen Evolution haben.

Der Kreislauf des CGM scheint besonders bei aktiv sternbildenden Galaxien eine wichtige Rolle zu spielen. Er könnte erklären, warum manche Galaxien ihre Sternbildung einstellen, während andere weiterhin neue Sterne hervorbringen. Für uns Menschen bedeutet das: Die Kohlenstoffatome in unserem Körper haben höchstwahrscheinlich eine beachtliche Zeit außerhalb der Galaxie verbracht, bevor sie Teil von uns wurden.

Sie sind also wahre kosmische Globetrotter, die eine unvorstellbar weite Reise hinter sich haben.

Was denkt ihr über diese faszinierende Entdeckung? Ändert sie eure Sicht auf den Kosmos und unsere Verbindung zu ihm? Teilt eure Gedanken und Fragen zu dieser kosmischen Odyssee gerne in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Kohlenstoff im Körper könnte durch den intergalaktischen Raum gereist sein
  • Schwere Elemente entstehen in Sternen und werden durch Supernovae freigesetzt
  • Zirkumgalaktisches Medium bewegt Materie aus und in Galaxien
  • Hubble entdeckte Kohlenstoff bis zu 391.000 Lichtjahre von Galaxien entfernt
  • CGM-Kreislauf beeinflusst die Sternbildung in Galaxien
  • Kohlenstoffatome im Körper waren möglicherweise außerhalb der Galaxie

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