Warum sind wir schlauer als Affen? Forscher finden spannende Antwort

Wissenschaftler haben einen faszinierenden Einblick in die Entwicklung des menschlichen Gehirns gewonnen. Eine neue Studie zeigt, dass nicht die Gene selbst, sondern ihre Aktivität den entscheidenden Unterschied zwischen Mensch und Affen ausmacht.
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Hirnforschung: Neuer Blick auf menschliche Intelligenz

Menschen teilen über 95% ihres Genoms mit Schimpansen, unseren nächsten lebenden Verwandten. Trotzdem unterscheiden sich unsere Gehirne erheblich in Größe und Fähigkeiten. Forscher der University of California, Santa Barbara, haben nun herausgefunden, dass der Schlüssel zur menschlichen Intelligenz in der sogenannten Genexpression liegt. Darunter versteht man, wie aktiv ein Gen ist, also wie viele Anweisungen es an die Zelle sendet.

Die Wissenschaftler maßen die Genexpression, indem sie die Menge an Boten-RNA (mRNA) untersuchten, die von bestimmten Genen produziert wird. Mit modernster Einzelzelltechnologie konnten sie feststellen, dass 5-10% der untersuchten Gene bei Menschen anders aktiv sind als bei Schimpansen. Bei bestimmten Zelltypen stieg dieser Anteil sogar auf 12-15%. Das bedeutet, dass viele unserer Gene mehr mRNA produzieren und somit "fleißiger" arbeiten als die der Affen.

Zur Analyse verwendete Technik:
  • Einzelzell-Sequenzierungstechnologie
  • Gerät mit sehr schmalem Kanal zur Zelltrennung
  • Separiert jeden Zellkern in eine eigene Kammer
  • Ermöglicht die Analyse einzelner Zellkerne statt gemischter Gewebeproben
  • Gruppierung der Zellen nach Typ vor der statistischen Analyse
  • Messung der Genexpression durch Beobachtung der mRNA-Menge pro Gen

Spezielle Zelle

Besonders interessant war die Entdeckung bei den Gliazellen, speziell den Oligodendrozyten. Diese Zellen produzieren eine Art Isolierung für Nervenzellen, damit elektrische Signale schneller übertragen werden können. Professorin Soojin Yi erklärt: "Die erhöhte Komplexität unseres neuronalen Netzwerks hat sich wahrscheinlich nicht allein entwickelt. Sie konnte nur entstehen, weil sich auch all diese anderen Zelltypen entwickelt haben."

Die Studie, veröffentlicht in den Proceedings of the National Academy of Sciences, deutet darauf hin, dass unsere einzigartige Intelligenz nicht nur auf komplexe Nervenverbindungen zurückzuführen ist. Vielmehr scheint die Entwicklung aller Zelltypen im Gehirn eine wichtige Rolle zu spielen. In Zukunft wollen die Forscher untersuchen, wie genau diese Unterschiede in der Genaktivität zu unseren besonderen geistigen Fähigkeiten führen.

Zusammenfassung
  • Genaktivität, nicht Gene selbst, unterscheidet Mensch und Affe
  • 5-10% der Gene bei Menschen anders aktiv als bei Schimpansen
  • Einzelzell-Sequenzierungstechnologie ermöglicht genaue Analyse
  • Gliazellen zeigen besonders interessante Unterschiede
  • Entwicklung aller Gehirnzelltypen wichtig für menschliche Intelligenz
  • Forscher planen weitere Untersuchungen zu geistigen Fähigkeiten
  • Die Studie wurde in der National Academy of Sciences publiziert

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