WhatsApp: historischer Sieg gegen Hersteller des Pegasus-Trojaners
Die Messenger-Plattform WhatsApp hat einen wahrscheinlich historischen Sieg gegen einen großen Anbieter von Staatstrojanern eingefahren. Man setzte sich mit dem Vorwurf durch, dass dieser mit seinen Methoden gegen Hacking-Gesetze der USA verstoßen habe.
Die Klage wurde bereits 2019 von WhatsApp, das zu Meta gehört, eingereicht. Das Unternehmen beschuldigte die NSO Group, eine Schwachstelle in der Audioanruf-Funktion von WhatsApp ausgenutzt zu haben, um die Pegasus-Spyware unbemerkt auf Geräten zu installieren. Zu den Betroffenen zählen über 100 Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und andere Mitglieder der Zivilgesellschaft, sowie Regierungsbeamte und Diplomaten.
Richterin Phyllis Hamilton führte aus, dass die NSO Group nicht bestritten habe, die WhatsApp-Software "dekompiliert oder zurückentwickelt" zu haben, um die Spyware zu installieren. NSO argumentierte, dass dies noch vor der Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen geschah, die ein solches Vorgehen untersagen. Die Richterin ließ dies aber nicht gelten und erklärte, dass es "nur logisch" sei, dass NSO zunächst Zugang zur Plattform erhalten musste, und dass das Unternehmen keine plausible Erklärung dafür geliefert habe, wie dies ohne Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen möglich gewesen sein soll.
In einer Stellungnahme begrüßte eine Meta-Sprecherin das Urteil: "NSO kann sich nicht länger der Verantwortung für ihre rechtswidrigen Angriffe auf WhatsApp, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten entziehen." Will Cathcart, Leiter von WhatsApp, bezeichnete das Urteil als "großen Sieg für den Schutz der Privatsphäre". Ein Sprecher der NSO Group lehnte eine Stellungnahme ab. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit argumentiert, dass Pegasus Sicherheitsbehörden helfen würde, Verbrechen zu bekämpfen und die nationale Sicherheit zu schützen. Der Fall wird im März 2025 vor Gericht weiterverhandelt, wo eine Jury über die Höhe der Schadensersatzforderungen entscheiden wird, die NSO an WhatsApp zahlen muss.
Siehe auch:
NSO arbeitet rechtswidrig
Die israelische Firma NSO Group nutzte unter anderem die Messaging-Plattform WhatsApp, um ihre berüchtigte Spyware Pegasus auf Geräten von Zielpersonen zu installieren. In einem nun ergangenen Urteil erklärte ein Bundesrichter in Nordkalifornien, dass NSO Group für die gezielte Infektion von 1400 WhatsApp-Nutzern haftbar sei. Das Unternehmen habe sowohl gegen kalifornische und föderale Hacking-Gesetze als auch gegen die Nutzungsbedingungen von WhatsApp verstoßen, die die missbräuchliche Nutzung der Plattform untersagen.Die Klage wurde bereits 2019 von WhatsApp, das zu Meta gehört, eingereicht. Das Unternehmen beschuldigte die NSO Group, eine Schwachstelle in der Audioanruf-Funktion von WhatsApp ausgenutzt zu haben, um die Pegasus-Spyware unbemerkt auf Geräten zu installieren. Zu den Betroffenen zählen über 100 Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und andere Mitglieder der Zivilgesellschaft, sowie Regierungsbeamte und Diplomaten.
Richterin Phyllis Hamilton führte aus, dass die NSO Group nicht bestritten habe, die WhatsApp-Software "dekompiliert oder zurückentwickelt" zu haben, um die Spyware zu installieren. NSO argumentierte, dass dies noch vor der Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen geschah, die ein solches Vorgehen untersagen. Die Richterin ließ dies aber nicht gelten und erklärte, dass es "nur logisch" sei, dass NSO zunächst Zugang zur Plattform erhalten musste, und dass das Unternehmen keine plausible Erklärung dafür geliefert habe, wie dies ohne Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen möglich gewesen sein soll.
Strafe kommt noch
Ansonsten kritisierte die Richterin die mangelnde Transparenz der NSO Group, die trotz einer gerichtlichen Anordnung weder den Pegasus-Quellcode noch interne Kommunikation, insbesondere über Schwachstellen in WhatsApp, bereitgestellt hatte.In einer Stellungnahme begrüßte eine Meta-Sprecherin das Urteil: "NSO kann sich nicht länger der Verantwortung für ihre rechtswidrigen Angriffe auf WhatsApp, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten entziehen." Will Cathcart, Leiter von WhatsApp, bezeichnete das Urteil als "großen Sieg für den Schutz der Privatsphäre". Ein Sprecher der NSO Group lehnte eine Stellungnahme ab. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit argumentiert, dass Pegasus Sicherheitsbehörden helfen würde, Verbrechen zu bekämpfen und die nationale Sicherheit zu schützen. Der Fall wird im März 2025 vor Gericht weiterverhandelt, wo eine Jury über die Höhe der Schadensersatzforderungen entscheiden wird, die NSO an WhatsApp zahlen muss.
Zusammenfassung
- WhatsApp gewinnt Klage gegen NSO Group wegen Pegasus-Spyware
- NSO Group verstieß gegen US-Hacking-Gesetze und WhatsApp-Nutzungsbedingungen
- 1400 WhatsApp-Nutzer, darunter Aktivisten, wurden mit Pegasus infiziert
- Richterin kritisiert NSOs mangelnde Transparenz im Gerichtsverfahren
- Meta begrüßt das Urteil als Sieg für den Schutz der Privatsphäre
- Schadensersatzforderungen werden im März 2025 vor Gericht verhandelt
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