Schiff mit neuartigem Ammoniak-Antrieb läuft zu Testfahrten aus

Die Suche nach klimafreundlichen Antriebsoptionen ist in manchen Bereichen weiter fortgeschritten als in anderen. In der Schifffahrt geht es bisher nur mit kleinen Schritten voran - allerdings ist in den USA jetzt ein vielversprechender Pilotversuch angelaufen.
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Diesel raus, Brennstoffzelle rein

Auf einem Nebenfluss des Hudson River hat jetzt die Testphase eines Schlepperboots namens NH3 Kraken begonnen - angetrieben von Ammoniak. Bisher lief das 67 Jahre alte Boot mit Diesel, doch das New Yorker Startup Amogy kaufte das Schiff, um es auf Ammoniak umzurüsten - einem emissionsfreien, klimafreundlichen Kraftstoff.

Amogy, das von Seonghoon Woo und drei seiner Studienkollegen am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ins Leben gerufen wurde, hat das Ziel, die maritime Industrie auf klimafreundliche Energien umzustellen. Woo betonte die Dringlichkeit des Problems: "Ohne eine Lösung wird es nicht möglich sein, den Planeten nachhaltig zu machen. Das ist kein Problem der nächsten Generation, sondern unseres", sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur AP.


Die NH3 Kraken wurde in einer Werft in Kingston, New York, umgerüstet. Der Schlepper lief am Sonntag zum ersten Mal mit der neuen Ammoniak-basierten Technologie aus, die auf einem neuen Verfahren basiert. Das Amogy-System spaltet flüssiges Ammoniak in Wasserstoff und Stickstoff. Der Wasserstoff wird dann in eine Brennstoffzelle geleitet, die das Schiff elektrisch antreibt. Das System verbrennt Ammoniak nicht wie in herkömmlichen Verbrennungsmotoren, sondern produziert lediglich Stickstoff und Wasser als Abfallprodukte.

Die Technologie von Amogy könnte der Schifffahrtsbranche helfen, das von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation gesetzte Ziel zu erreichen, bis spätestens 2050 klimaneutral zu werden. Der globale Schiffsverkehr ist für etwa drei Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich, und mit immer größeren Schiffen, die mehr Ladung transportieren, wächst dieser Anteil stetig.

Kein ganzer Neustart

Ammoniak gilt als vielversprechender Treibstoff, weil er keine Kohlenstoffatome enthält und die notwendige Infrastruktur bereits vorhanden ist - er wird beispielsweise bereits weltweit in großen Mengen als Grundstoff für Düngemittel verwendet. Allerdings hat Ammoniak auch Nachteile: Er ist giftig, und die derzeitige Herstellung basiert hauptsächlich auf Erdgas, was klimaschädlich ist. Amogy verwendet allerdings "grünen" Ammoniak, der mit erneuerbarer Energie produziert wird.

Das Unternehmen hat bereits mehrere Projekte realisiert, bei denen Ammoniak als Treibstoff zum Einsatz kam - von Drohnen bis zu Lastwagen. Nun folgt der Schlepper als nächster Meilenstein. Investoren wie Amazon unterstützen die Firma finanziell, um die Dekarbonisierung der maritimen Industrie weiter voranzutreiben.

Zusammenfassung
  • NH3 Kraken, ein umgerüsteter Schlepper, fährt nun mit Ammoniak
  • Amogy setzt auf Ammoniak für emissionsfreien Schiffsantrieb
  • Gründer des Startups sind ehemalige MIT-Studierende
  • Ammoniak spaltet sich in Wasserstoff und Stickstoff auf
  • Ziel: Schifffahrt bis 2050 klimaneutral machen
  • Ammoniak ist giftig, wird aber klimafreundlich produziert
  • Investoren wie Amazon unterstützen das Projekt finanziell

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