Aktueller Bericht: Die NASA ist marode - ihre Infrastruktur bröckelt

Ein aktueller Prüfbericht eines Expertengremiums zeichnet ein er­schre­cken­des Bild über die US-Raumfahrtbehörde NASA. Da wirkt es durch­aus beachtlich, dass den dortigen Wissenschaftlern und Ingenieuren noch immer so große Erfolge gelingen.
Logo, Weltraum, Nasa, National Aeronautics and Space Administration

Stetige Unterfinanzierung

Der aktuelle Bericht, der von den National Academies of Sciences, Engineering and Medicine für den US-Kongress erstellt wurde, benennt hinsichtlich der renommierten NASA eine veraltete Infrastruktur, den drohenden Verlust technischer Fähigkeiten an die kommerzielle Raumfahrtindustrie und eine kurzsichtige Strategie bei der Technologieentwicklung als offensichtliche Kernprobleme.

Norm Augustine, Vorsitzender des Prüfausschusses, betonte: "Das Problem der NASA ist, dass sie immer für etwa 3 Milliarden Dollar mehr Projekte hat, als sie finanzieren kann." Hinzu kommt, dass dies kein einmaliges Problem ist, das sich als Ausnahmefall irgendwie kompensieren ließe. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch schon vergleichbare Berichte aus den Jahren 1990 und 2009. Der neue Bericht zeigt jedoch die Herausforderungen deutlicher als je zuvor.


Bröckelnde Infrastruktur und fehlende Mittel

Rund 83 Prozent der NASA-Gebäude sind demnach älter als ihre geplante Nutzungsdauer. Die Behörde hat einen Wartungsrückstand von 3,3 Milliarden Dollar. Mit dem aktuellen Wartungsbudget von 250 Millionen Dollar pro Jahr wäre ein zusätzliches Budget von 600 Millionen Dollar jährlich nötig, um den Rückstand in den nächsten zehn Jahren aufzuholen.

Und gerade solche Mittel sind für die NASA schwer zu bekommen, da neue Raumfahrtmissionen für die zuständigen Politiker oft attraktiver sind als Investitionen in bestehende Einrichtungen. Der Großteil der NASA-Gebäude wird als "marginal bis schlecht" bewertet. Insbesondere das Johnson Space Center in Houston, zuständig für Astronautentraining und die Artemis-Mondmission, weist die schlechtesten Werte auf.

Das Expertengremium empfiehlt, dass der Kongress der NASA einen jährlich aufgefüllten Kapitalfonds für Wartung und Infrastruktur zur Verfügung stellt - ähnlich, wie es bei anderen staatlichen Einrichtungen bereits der Fall ist. Denn sonst droht der Forschungseinrichtung früher oder später der Kollaps, da eine Finanzierung der Strukturen aus den jeweiligen Budgets nicht möglich ist.

Fehlende langfristige Strategie

Kritisiert wird auch das Fehlen einer langfristigen Strategie für die Technologieentwicklung bei der NASA. Trotz der Herausforderungen bei der langfristigen Planung im Rahmen der jährlichen Haushaltszyklen der Regierung, sei es unerlässlich, technologische "Bedarfsdaten" festzulegen und entsprechende Entwicklungsprojekte zu priorisieren. Besonders wichtig seien dabei Technologien für Antriebssysteme im Weltraum, die Landung auf dem Mars und der Strahlenschutz für Astronauten.

Zusammenfassung
  • NASA hat einen Wartungsrückstand von 3,3 Milliarden Dollar
  • 83 Prozent der NASA-Gebäude sind überaltert
  • Jährlich 600 Millionen Dollar zusätzlich nötig für Wartung
  • Expertengremium fordert Kapitalfonds für NASA-Infrastruktur
  • Technologiestrategie der NASA wird als kurzsichtig kritisiert
  • Johnson Space Center zeigt schlechteste Infrastrukturwerte
  • Langfristige Technologieplanung für Raumfahrtmissionen essenziell

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