WhatsApp: Interoperabilität bringt bald "gewaltige Veränderungen"

Bisher kann man über WhatsApp nur mit Nutzern kommunizieren, die ebenfalls die App verwenden. Bald wird es aber auch möglich sein, Personen zu schreiben, die eine andere Anwendung zur Kommunikation nutzen. Neue Bilder zeigen nun, wie das in WhatsApp aussehen wird.
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WhatsApp will Messenger-Chaos beenden

Viele kennen sicher das folgende Szenario: Die Freunde nutzen WhatsApp, mit der Familie wird über Signal kommuniziert und vereinzelte Bekannte treiben sich bei Telegramm herum. So hat man schnell mehrere Messenger auf dem Smartphone installiert und muss bei jedem Kontakt erst überlegen, welcher davon jetzt der richtige ist. Das ist unpraktisch.

Mit einem wohl bald erscheinenden Update, das laut Meta "gewaltige Veränderungen" mit sich bringt, ändert sich dieser Umstand für Nutzer von WhatsApp allerdings. Denn der Chat- und Videotelefonie-Dienst von Meta wird in Zukunft auch Nachrichten von anderen Messengern integrieren. Ein ständiges Wechseln der Apps gehört dann im besten Fall der Vergangenheit an.


Chatten mit Nutzern anderer Messenger

In einem Blog-Beitrag auf der Webseite von Meta hat man nun ein Update zu den Arbeiten an der Interoperabilität gegeben. Demzufolge sollen Nutzer mit einem einfach verständlichen Onboarding-Prozess in die neuen Optionen eingeführt werden. Bei der Verwaltung der Nachrichten besteht zudem die Möglichkeit, alle Chats in einem Posteingang oder nach Apps getrennt anzeigen zu lassen.

Man implementiert zudem für alle Unterhaltungen erweiterte Funktionen wie das direkte Reagieren mit Emojis, das Antworten auf einzelne Nachrichten sowie Schreib- und Leseindikatoren. Neben WhatsApp erhält auch der Messenger von Meta die Neuerungen.

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EU-Verordnung zwingt zu Anpassung

Allerdings geht man diesen Schritt nicht freiwillig. Der Digital Markets Act zwingt Meta dazu. Denn bei WhatsApp handelt es sich laut der EU um einen "Gatekeeper", eine App, die eine Quasi-Monopolstellung innehat. Solche Plattformen sind ab sofort zur Öffnung verpflichtet. Sonst drohen den Betreibern empfindliche Strafen. Mit den erweiterten Funktionen übererfülle man eigenen Aussagen von Meta zufolge aber sogar die Anforderungen der EU.

Wann die Einbindung anderer Messenger in WhatsApp genau erfolgt, verrät der Blog-Eintrag noch nicht. Es ist wohl aber noch im Verlauf des Jahres damit zu rechnen. 2025 möchte Meta außerdem weitere Funktionen bereitstellen, wie etwa das Erstellen von Gruppen. Die Möglichkeit für Video- und Sprachanrufe soll erst 2027 folgen.

Erfolg von anderen Anbietern abhängig

Inwieweit die Implementierung ein Erfolg wird, hängt jedoch nicht nur von WhatsApp selbst ab. Denn auch die Betreiber der anderen Messenger müssen dabei mitmachen. Anbieter wie Signal haben eine Kooperation mit Meta bereits ausgeschlossen. Man wolle aufgrund von Datenschutzbedenken nicht mit dem Konzern hinter Facebook und Instagram kooperieren, so Meredith Whittaker, die Chefin des Unternehmens. Sollten diesem Beispiel noch weitere App-Betreiber folgen, dürfte die Attraktivität der neuen Funktion von WhatsApp stark leiden.

Zusammenfassung
  • WhatsApp ermöglicht bald Kommunikation über Messenger-Grenzen hinweg
  • Neues Update integriert Nachrichten von anderen Apps in WhatsApp
  • Meta führt einfaches Onboarding für neue Chat-Optionen ein
  • EU-Gesetzgebung zwingt Meta zur Öffnung von WhatsApp
  • Ankündigung weiterer Funktionen bis 2027, darunter Videoanrufe
  • Erfolg der neuen WhatsApp-Funktionen abhängig von Drittanbieter-Kooperation
  • Signal schließt Kooperation mit Meta wegen Datenschutzbedenken aus

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