Trotz höherer Abozahlen: Reale Streaming-Nutzung geht stark zurück

Die großen Streaming-Anbieter können vordergründig zwar recht gute Entwicklungen bei den Kundenzahlen vermelden, haben aber auch mit gravierenden Problemen zu kämpfen. Die reale Nutzung der Videoplattformen von Netflix und Co. ist eher rückläufig.
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Disney trifft es hart

So verwies die Bank of America in einer aktuellen Research-Notiz, die Anlegern unabhängige Daten zu verschiedenen Aktien an die Hand geben soll, auf einen 4-prozentigen Rückgang der monatlich aktiven Nutzer über alle Streaming-Angebote hinweg, inklusive der drei Branchengrößen Netflix, Paramount und Disney. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Netflix, das gerade noch stolz ein Wachstum seiner Abonnentenzahlen verkündet hatte, kam demnach allerdings auf einen Rückgang von 8 Prozent bei den aktiven Nutzern. Die Zahl der abgerufenen Filme und Serien sank außerdem um 6 Prozent. Bei Disney Plus sei laut den Marktforschern sogar ein noch stärkerer Rückgang zu verzeichnen: Die aktiven Nutzer sanken hier um 10 Prozent, während die Abrufzahlen um 26 Prozent schrumpften.


Für die Entwicklung gibt es nach Auffassung der Experten verschiedene Gründe, die in den einzelnen Zahlen zusammenkommen. So habe es durchaus einen Effekt, dass die Vergleichsdaten aus dem Vorjahr noch Nachwirkungen des Corona-Booms in sich trugen. In der Pandemie-Zeit war die Nutzung der Streaming-Dienste auf einem Peak angelangt, da viele Menschen oft zuhause waren und andere Aktivitäten nur bedingt durchgeführt werden konnten.

Schlechteres Nutzer-Erlebnis

Man sieht hier aber wohl auch Auswirkungen des Vorgehens gegen das Passwort-Sharing. Dies brachte beispielsweise Netflix zwar eine ganze Reihe neuer Abonnements ein, doch ging eben gleichzeitig die Nutzung der einzelnen Konten teilweise stark zurück.

Ebenfalls nicht zu verachten sein dürfte die Fokussierung der Anbieter auf die neuen werbefinanzierten Billig-Tarife. Insbesondere die Kunden, die bisher die Basis-Abos nutzten, werden regelrecht in diese Modelle getrieben. Hier ist man dann schnell von den Werbeeinblendungen genervt und nutzt den Dienst schlicht weniger als zuvor.

Zusammenfassung
  • Streaming-Dienste wie Netflix verzeichnen Rückgang aktiver Nutzer
  • Bank of America meldet 4% weniger monatlich aktive Nutzer insgesamt
  • Netflix erlebt 8% Rückgang bei aktiven Nutzern und 6% bei Abrufzahlen
  • Disney Plus zeigt noch stärkere Einbußen mit 10% weniger Nutzern
  • Corona-Boom-Jahr als Vergleichsbasis führt zu verzerrten Wachstumsdaten
  • Maßnahmen gegen Passwort-Sharing reduzieren Nutzung pro Konto
  • Werbefinanzierte Tarife führen zu geringerer Nutzung durch Werbeunterbrechungen

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