Aufregung: Netflix verfälscht mit KI heimlich historische Bilder für Doku
Netflix hat für eine True-Crime-Dokumentation offenbar originales Quellenmaterial mithilfe von KI manipuliert. Die Bilder zeigen recht eindeutige Hinweise für den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Die Verantwortlichen weichen Nachfragen aus.
Denn wie aufmerksamen Zuschauern der Netflix True-Crime-Dokumentation "What Jennifer Did" aufgefallen ist, verwendet der Streaminganbieter ohne jeglichen Hinweis darauf wohl KI, um Bilder zu manipulieren, die dem Publikum als historische Originale präsentiert werden.
Es ist schon länger bekannt, dass bildgenerierende KI-Programme besonders mit der Darstellung menschlicher Hände ihre Probleme haben. Dass der Fingersalat allerdings niemandem bei der Produktion der Dokumentation aufgefallen ist, ist erstaunlich. Infografik Streaming: Netflix bricht 2023 den Abo-Rekord für das 4. Quartal
Neben diesem Bild gibt es noch weitere, bei denen Elemente auf die Verwendung von KI hinweisen. In einem Schnappschuss von Jennifer hat sie zum Beispiel einen extrem langen oberen Schneidezahn, der auf keinem anderen Bild von ihr zu sehen ist.
Während diese Aussagen wohl der Wahrheit entsprechen, dementiert Grimaldi die Verwendung von KI aber nicht. Eine entsprechende eindeutige Aussage hätte der Produzent aber leicht machen können.
Im vergangenen Jahr hatten Kreative in Hollywood gestreikt. Unter anderem ging es damals um die Regulierung des KI-Einsatzes in Filmen. Der vorliegende Fall auf Netflix hat allerdings noch einmal eine andere Qualität. Denn hier geht es um das ungekennzeichnete Verändern von Inhalten, die als historische Quellen präsentiert werden.
Siehe auch:
Dokumentation verwendet KI-Bilder
Das Besondere an True-Crime-Dokumentationen beziehungsweise Dokumentationen a sich, ist, dass sie die Geschichten von echten Menschen und wahren Verbrechen erzählen. Zuschauer sollten davon ausgehen können, dass schriftliche Dokumente, Videoaufnahmen oder Bilder, die im Rahmen einer solchen Produktion gezeigt werden, nicht zum Zweck einer erhöhten Dramatik verfälscht oder angepasst worden sind. Zumindest in der Theorie.Denn wie aufmerksamen Zuschauern der Netflix True-Crime-Dokumentation "What Jennifer Did" aufgefallen ist, verwendet der Streaminganbieter ohne jeglichen Hinweis darauf wohl KI, um Bilder zu manipulieren, die dem Publikum als historische Originale präsentiert werden.
Hände mit deutlichen Auffälligkeiten
Auf einem Foto, das im Verlauf der Sendung zu sehen ist, lacht Jennifer Pan, die Frau, die der Dokumentation ihren Namen verleiht, in die Kamera und formt dabei mit beiden Händen jeweils ein "Victory"-Zeichen. Zumindest soll es so aussehen. Wenn man aber genau hinschaut, bestehen beide Hände der Frau aus einem wilden Haufen von verknoteten oder unvollständigen Fingern, wie auf PetaPixel deutlich zu sehen ist.Es ist schon länger bekannt, dass bildgenerierende KI-Programme besonders mit der Darstellung menschlicher Hände ihre Probleme haben. Dass der Fingersalat allerdings niemandem bei der Produktion der Dokumentation aufgefallen ist, ist erstaunlich. Infografik Streaming: Netflix bricht 2023 den Abo-Rekord für das 4. Quartal
Neben diesem Bild gibt es noch weitere, bei denen Elemente auf die Verwendung von KI hinweisen. In einem Schnappschuss von Jennifer hat sie zum Beispiel einen extrem langen oberen Schneidezahn, der auf keinem anderen Bild von ihr zu sehen ist.
Verantwortliche weichen aus
In einem Interview mit dem Toronto Star wich der Produzent der Dokumentation Jeremy Grimaldi der Frage nach der Verwendung von KI indirekt aus: "Jeder Filmemacher verwendet in seinen Filmen verschiedene Werkzeuge wie Photoshop. Die Fotos von Jennifer sind echte Fotos von ihr."Während diese Aussagen wohl der Wahrheit entsprechen, dementiert Grimaldi die Verwendung von KI aber nicht. Eine entsprechende eindeutige Aussage hätte der Produzent aber leicht machen können.
Im vergangenen Jahr hatten Kreative in Hollywood gestreikt. Unter anderem ging es damals um die Regulierung des KI-Einsatzes in Filmen. Der vorliegende Fall auf Netflix hat allerdings noch einmal eine andere Qualität. Denn hier geht es um das ungekennzeichnete Verändern von Inhalten, die als historische Quellen präsentiert werden.
Zusammenfassung
- Dokumentationen erzählen wahre Geschichten ohne Dramatisierung
- Netflix manipuliert in True-Crime-Doku Bilder mit KI
- Foto zeigt Frau mit unnatürlich deformierten Händen
- KI-Probleme bei der Darstellung menschlicher Hände bekannt
- Weiteres Bild zeigt Person mit ungewöhnlich langem Schneidezahn
- Produzent Grimaldi weicht Frage nach KI-Nutzung indirekt aus
- Hollywood forderte bereits KI-Regulierung in Produktionen
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