AVM FritzFon X6 im Test:
Das (fast) perfekte Festnetztelefon

Das FritzFon X6 geht nicht nur als neues Flaggschiff an den Start, AVM versucht gleichzeitig das Image von Festnetztelefonen zu entstauben. Ob das mit frischem Design, IPS-Display und den üblichen DECT- und FritzBox-Funktionen klappt, klären wir in unserem Testbericht.
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Die Einrichtung ist ein Kinderspiel

Schon ab der ersten Minute spielt das FritzFon X6 seine Vorteile aus, so wie auch alle anderen Telefone des Berliner IT-Herstellers. Denn gerade für Besitzer eines AVM-Routers, in unserem Fall die FritzBox 6591 Cable, ist die Inbetriebnahme ein Kinderspiel. Ein Knopfdruck auf dem Router oder in dessen Browser-Interface genügt, schon ist das FritzFon mit der FritzBox verbunden.

Theoretisch kann das FritzFon X6 als DECT-Telefon auch an Basisstationen von Drittanbietern angeschlossen werden, doch verliert man so viele Besonderheiten der FritzOS-Software, die den Preis von 99 Euro, wenn überhaupt, erst rechtfertigen würden. Dazu gehören neben der Steuerung des Smart Homes auch die Synchronisationen von Anrufbeantwortern, Telefonbüchern und Co.

AVM FritzFon X6: Das neue DECT-Telefon für FritzBox-Router

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Kantig, griffig und irgendwie etwas billig

AVM sieht im FritzFon X6 den Nachfolger des FritzFon C5, vor allem aufgrund des ähnlichen, kantigen Looks. Technisch ist die X-Klasse hingegen eher mit dem FritzFon C6 zu vergleichen, wie wir auch in unserer Gegenüberstellung festgestellt haben. Optisch und haptisch hinterlässt das neue Flaggschiff im Test einen positiven Eindruck, allerdings nicht ohne Schattenseiten.

Das FritzFon X6 ist mit seinem gelegentlich auch scharfkantigen Design nicht der Handschmeichler, den wir uns gewünscht hätten. Auch der überwiegend glänzende Plastikanteil sorgt dafür, dass man öfter zum Putztuch greifen muss - immerhin nur an der Front des Geräts. Vorteile gegenüber dem FritzFon C6 sind die bessere Griffigkeit, ein schlankeres Gehäuse und ein geringeres Gewicht. AVM FritzFon X6FritzFon X6 vs. FritzFon C6: Ähnlich, aber doch deutliche Unterschiede Kritik müssen wir an den Tasten des FritzFon X6 üben. Der Druckpunkt ist schwammig und man hat sich von einzeln stehenden Tasten beim Ziffernfeld verabschiedet. Einmal zu oft haben wir uns bei der manuellen Eingabe von Rufnummern vertippt. Hier macht das FritzFon C6 einen deutlich wertigeren Eindruck, auch was die Tastaturbeleuchtung betrifft. Das zwischen den Tasten durchscheinende Licht erinnert uns an Modelle deutlich niedrigerer Preisklassen.

Die automatische Aktivierung von Display und Beleuchtung, wenn man das FritzFon X6 in die Hand nimmt oder sich in dunklen Räumen befindet, gefällt uns hingegen sehr. Hierfür sind Helligkeits- und Bewegungs­sensoren verantwortlich, die unter anderem in der Hörmuschel verbaut werden. Allerdings konnte mit diesen Features auch bereits das FritzFon C6 punkten.

Das neue IPS-Display kann überzeugen

Wer nun bereits denkt, man sollte das FritzFon X6 im Vergleich zum FritzFon C6 abschreiben und zum mittlerweile deutlich günstigeren Vorgänger greifen, der sollte zuerst noch einen Blick auf das Display werfen. Hier hat AVM ganze Arbeit geleistet: 2,4 Zoll, IPS-Technik und eine Auflösung von 240 x 320 Pixel (167 ppi). Es ist hell, blickwinkelstabil und endlich zeitgemäß.

Hinsichtlich der Pixeldichte schneidet zwar das FritzFon C6 (180 ppi) etwas besser ab, doch wer die beiden Telefon nicht ständig aneinander hält, wird den Unterschied kaum feststellen. Viel wichtiger ist die von AVM beworbene Bonding-Technologie, die auf ein vollständig laminiertes Display hindeutet. AVM FritzFon X6Display-Vergleich: FritzFon C6 (oben) mit Lücke, FritzFon X6 ohne Das heißt: die Lücke zwischen Display und Schutzglas verschwindet komplett und Inhalte wirken wie auf das Glas bzw. Plastik gedruckt. Nun kann man sich natürlich fragen, ob ein solches Luxus-Feature unbedingt in ein Festnetztelefon einziehen muss und den Aufpreis von ca. 20 Euro gegenüber dem Vorgänger rechtfertigt. Doch gerade, wer das FritzFon X6 für mehr als nur simples Telefonieren benutzt, wird den Vorteil zu schätzen wissen.

Würde AVM das Gehäuse des FritzFon C6 mit dem Display des FritzFon X6 kombinieren, hätte man unserer Meinung nach das nahezu perfekte DECT-Telefon geschaffen. So sind wir bei unserer Kaufentscheidung hin- und hergerissen.

HD-Telefonie und lange Akkulaufzeiten

Funktionen wie die HD-Telefonie (7-kHz-Codec G.722) und Full-Duplex-HD beim Freisprechen haben das FritzFon X6 und C6 gemeinsam. AVM hat die Qualität für Anrufe also nicht weiter erhöht. Das war auch nicht nötig: Bereits beim Vor­gänger empfanden wir die subjektive Sprachqualität als überdurchschnittlich gut. AVM FritzFon X6Das HD-Symbol in der oberen Statusleiste des FritzFon X6 AVM Fritz!Fon X6 Jetzt für 99 Euro bei Media Markt Zum Angebot
Unsere Testanrufe zwischen den Festnetz- und Mobilfunknetzen von Vodafone und Telekom, sowohl mit WLAN-Calls als auch via 4G LTE und 5G, bestätigten unsere Annahme. AVMs Versprechen, einen "natürlichen Klang in der vollen Frequenzbreite zu erleben", wurde eingehalten. Tipp: Achtet bei euren Gesprächen auf das kleine HD-Symbol am oberen Bildschirmrand, das bei HD-Telefonaten angezeigt wird.

Was die Akkulaufzeit betrifft, nimmt sich das FritzFon X6 ebenfalls ein Beispiel am FritzFon C6. Beide DECT-Telefone nutzen wechselbare 1000-mAh-Batterien, die eine Gesprächszeit von bis zu 16 Stunden und eine Standby-Zeit von bis zu 12 Tagen versprechen. AVM FritzFon X6Praktisch: Wechselbarer Akku und große Ladeschale des FritzFon X6 In der Praxis haben wir unser Testmodell bei täglich etwa einstündigen Telefonaten nach einer Woche das erste Mal auf der Ladestation geparkt. Die ist im Vergleich zum C6 deutlich klobiger geworden, lädt dafür aber genauso langsam. Erst nach ca. 5-6 Stunden ist der Akku wieder voll.

FritzOS-Funktionen und neue Favoritentasten

Was das FritzFon X6 und andere AVM-Telefone erst besonders macht, ist die Verbindung zur FritzBox und FritzOS. Standard-Funktionen wie Anklopfen, Halten, Makeln und die Rufumleitung werden ergänzt von der vergleichsweise einfachen Verwaltung mehrerer Telefonbücher und Anrufbeantworter sowie Internetdiensten (z.B. E-Mail, Podcasts und RSS-Feeds) und Komfortdiensten (z.B. Weckruf, Babyfon und Nachtlicht). AVM FritzFon X6Die Verwaltung der FritzFon-Telefone über das FritzBox-Interface Wirklich einzigartig sind dabei die Services im Heimnetz. So könnt ihr mit der FritzBox verbundene Smart-Home-Geräte, wie Thermostate, Lampen und Steckdosen steuern, Live-Bilder von IP-Kameras empfangen, das WLAN ein- und ausschalten, QR-Codes für den Gästezugang erzeugen oder das Telefon als Mediaplayer nutzen. Aber auch hier heißt es wieder: tolle Features, die auch das FritzFon C6 schon unterstützt hat.

Und so gut alles auf dem Papier klingt, in der Praxis ist am Ende womöglich alles anders. Unser Smart-Home aus mehreren Fritz!DECT 301-Thermostaten, Fritz!DECT 200-Steckdosen und einer Fritz!DECT 500-Lampe steuern wir doch lieber mit den mobilen Apps für Android und iOS. Das Smartphone haben wir dafür deutlich öfter in der Hand als das FritzFon X6, auch wenn die Steuerung hier ebenfalls einfach von der Hand geht. AVM FritzFon X6Die neue Favoritentaste am linken Seitenrand des FritzFon X6 Und was ist jetzt neu? Die separate Favoritentaste. Am linken Seitenrand des FritzFon X6 platziert AVM eine physische Taste, die personalisierte Befehle ausführen kann. Allerdings nur so weit, dass Shortcuts zu Menüs erstellt werden. Das spart etwas Zeit, echte "Trigger" wären uns aber lieber gewesen. Ein Beispiel: statt eine Steckdose auszuschalten oder ein Smart-Home-Szenario zu starten, öffnet die Favoritentaste lediglich das Smart-Home-Menü des FritzFons.

Allerdings stirbt die Hoffnung zuletzt. Schließlich ist AVM bekannt dafür, seine FritzFon-Modelle stetig mit Software-Updates zu versorgen. Sollte die Nachfrage bei FritzFon X6-Nutzern also groß genug sein, dürfte auch die Favoritentaste in Zukunft mit weiteren Funktionen belegt werden - so zumindest unsere Annahme.

Unser Fazit zum AVM FritzFon X6

Eigentlich macht AVM mit dem FritzFon X6 alles richtig. Das Berliner IT-Unternehmen kombiniert den Look des FritzFon C5 mit den technischen Features des FritzFon C6 und wertet das Paket mit einem hellen IPS-Display ohne "Bildschirmlücke" auf. Nutzt man die Vorteile der FritzBox und eventuell sogar die Smart-Home-Funktionen, erhält man ein zeitgemäßes Festnetztelefon, für das sich die Investition von 99 Euro (UVP) lohnt. AVM FritzFon X6FritzFon X6: Lässt Wünsche offen, kann aber überzeugen Beim Design ist der persönliche Geschmack entscheidend. Wer das FritzFon C6 lieb gewonnen hat, könnte das "Upgrade" auf das X6 eventuell als Rückschritt betrachten. Hatte man bisher allerdings das FritzFon C5 im Einsatz, dürfte die Umstellung deutlich einfacher sein.

Negativ sind uns die an einigen Stellen scharfkantigen Bauteile, die glänzende Vorderseite (Stichwort Fingerabdrücke) und der schwammige Druckpunkt der Tasten aufgefallen. Auch die einzeln stehenden Tasten des FritzFon C6 haben wir nach unzähligen Vertippern auf dem Ziffernfeld stark vermisst.

Wer sich daran allerdings gewöhnen kann oder sogar besser damit klarkommt, findet im FritzFon X6 ein tolles DECT-Telefon. Und für FritzFon C6-Besitzer heißt es: auch ihr werdet in Zukunft weiterhin mit Updates beliefert.

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Technische Daten: FritzFon X6 vs. C6
FritzFon X6 FritzFon C6
Display 2,4 Zoll, IPS, 240 x 320 Pixel (167 ppi), 262.000 Farben 2,2 Zoll, 240 x 320 Pixel (180 ppi), 262.000 Farben
Funktionen Mehrere Anrufbeantworter, Smart-Home-Steuerung, E-Mails, RSS, Internetradio, Podcasts, Anklopfen / Halten / Makeln, Rufumleitung, Konferenz, Eco-Modus uvm.
Telefonbuch 300 Einträge
Besonderheiten HD-Telefonie (7-kHz-Codec G.722), DECT-GAP, SIP-konform RFC 3261, Full-Duplex-Freisprechen
Tasten Lautstärke + Favoritentaste (frei programmierbar) Lautstärke
Schnittstellen DECT (CAT-iq), 1x Headset (3,5 mm Klinke)
Reichweite 300 m (im Freien) / 40 m (in Gebäuden)
Akku 1000 mAh
Gesprächszeit 16 Stunden
Standby-Zeit 12 Tage
Ladezeit ca. 6 Stunden
Gewicht 127 g 126 g
Abmessungen 51 x 158 x 17 mm 48 x 152 x 21 mm
Preis 99 Euro (Media Markt) 75 Euro (Amazon)
Siehe auch:



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