Bisher unmöglich: Einzigartige Messung der Expansion des Universums
Wie schnell dehnt sich das Universum aus? Bisher haben wir auf diese Frage noch keine abschließende Antwort. Im Gegenteil: Die wichtigsten Messungen möchten nicht zusammenpassen. Jetzt schaltet sich ein Team mit einer neuen Messmethode in die Debatte ein.
"Die große Frage ist, ob es möglicherweise ein Problem mit einer oder beiden Messungen gibt. Unsere Forschung befasst sich mit dieser Frage, indem sie eine unabhängige, völlig andere Methode zur Messung der Expansionsrate des Universums verwendet", so Patrick Kelly, Hauptautor der Arbeiten und Assistenzprofessor an der University of Minnesota School of Physics and Astronomy. Seinen Anfang nahm das Projekt im Jahr 2014, als Kelly eine besondere Entdeckung in Messdaten einer Supernova gemacht hatte.
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Eine besondere Entdeckung in Messdaten einer Supernova
In der Astronomie gibt es ein Problem: Das Universum will uns nicht verraten, wie schnell es sich ausdehnt. Seit Georges Lemaître und Edwin Hubble in den 1920er-Jahren die Expansion des Kosmos entdeckt hatten, reibt sich die Wissenschaft an einer Ungereimtheit. Nutzt man zur Messung der Rate der Ausdehnung, Hubble-Konstante genannt, die kosmische Hintergrundstrahlung, erhält man ein anderes Ergebnis als bei der Beobachtung von aktuellen Sternen und Galaxien. Die Abweichung: rund 10 Prozent. Jetzt will ein Team mit einer einzigartigen Messmethode hier wichtige neue Anhaltspunkte liefern können."Die große Frage ist, ob es möglicherweise ein Problem mit einer oder beiden Messungen gibt. Unsere Forschung befasst sich mit dieser Frage, indem sie eine unabhängige, völlig andere Methode zur Messung der Expansionsrate des Universums verwendet", so Patrick Kelly, Hauptautor der Arbeiten und Assistenzprofessor an der University of Minnesota School of Physics and Astronomy. Seinen Anfang nahm das Projekt im Jahr 2014, als Kelly eine besondere Entdeckung in Messdaten einer Supernova gemacht hatte.
Hubble-Konstante unabhängig gemessen
Dem Forscher war es laut Phys gelungen, die erste mehrfach abgebildete Supernova überhaupt einzufangen. Das Licht des Ereignisses war von einem Galaxienhaufen, also einer großen Masse vor dem Objekt, gebeugt und vergrößert worden. Akkurate Positionsvoraussagen machten möglich, rund ein Jahr später weitere Mehrfach-Bilder des Phänomens eingefangen. Auf Basis der Verzögerung zwischen den Aufnahmen konnte das Team dann die Hubble-Konstante messen. Spannend: Zu Hilfe kam ihnen dabei eine Theorie, die 1964 von dem norwegischen Astronomen Sjur Refsdal entwickelt worden war und bis dahin in der Praxis als nicht umsetzbar galt.Ein Problem in Sicht
"Unsere Messung begünstigt den Wert aus dem kosmischen Mikrowellenhintergrund", so Kelly. Eine klare Antwort kann die neue Messmethode aber auch nicht geben. Allerdings: Weitere Messungen in den nächsten Jahren lassen hoffen, dass sich unser Verständnis der kosmischen Prozesse deutlich schärft, dazu werden die Ergebnisse entscheidend beitragen.
Zusammenfassung
- Messungen der Hubble-Konstante passen nicht zusammen.
- Team schaltet sich in Debatte ein: Messdaten einer Supernova.
- Erste mehrfach abgebildete Supernova eingefangen.
- Theorie von Sjur Refsdal 1964 als umsetzbar erwiesen.
- Weitere Messungen in nächsten Jahren schärfen Verständnis
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