Ronnagramm und Quettabyte:
Metrisches System bekommt neue Präfixe

Wachsende Datenmengen und auch neue Erkenntnisse in der Forschung machen es notwendig, große Zahlen besser handhabbar zu machen. Daher wurde jetzt die Einführung neuer Präfixe für das Internationale Einheitensystem (SI) beschlossen. Zu den bekannten Präfixen wie Kilo und Milli gesellen sich nun Ronna und Quetta für die größten Zahlen sowie Ronto und Quecto für die kleinsten. Die Änderung wurde von Wissenschaftlern und Regierungsvertretern aus der ganzen Welt beschlossen, die an der aktuellsten Generalkonferenz für Maße und Gewichte teilnahmen, die das SI regelt und alle vier Jahre im Schloss Versailles westlich von Paris tagt.

Die Vorschläge wurden von einer Gruppe eingebracht, die vom britischen National Physical Laboratory angeführt wurde. Denn ihnen reichten die letzten Erweiterungen aus dem Jahr 1991 nicht mehr aus. Damals hatte eine Initiative von Chemikern, die riesige Molekülmengen ausdrücken wollten, die Hinzufügung von Zetta und Yotta veranlasst. Doch selbst das mächtige Yotta - bei der einer 1 bereits 24 Nullen folgen - reicht nicht aus, um den unersättlichen Datenhunger der Welt zu stillen.


Google schuf Zugzwang

Die immer schneller steigende Generierung von Daten im Zuge der Digitalisierung der Welt sorgt dafür, dass bereits absehbar ist, dass auch der Bereich der Yottabytes überschritten wird. "Am unteren Ende ist es sinnvoll, eine symmetrische Erweiterung zu haben, die für die Quantenwissenschaft und die Teilchenphysik nützlich ist, wenn man extrem winzige Dinge messen will", erklärte Richard Brown, Leiter der Metrologieabteilung des britischen National Physical Laboratory.

Unter Verwendung der neuen Präfixe könnte man nun beispielsweise sagen, dass die Erde etwa 6 Ronnagramm wiegt. Bei der Masse des Jupiter kann man die Gramm-Zahl, bestehend aus einer 2 gefolgt von 30 Nullen, durch die Angabe 2 Quettagramm ersetzen. Dass in diese Richtung etwas unternommen werden musste, zeigte sich beispielsweise an Google. Der Internet-Konzern verwendet seit einiger Zeit die inoffiziellen Ausdrücke Brontobytes und Hellabytes, die sich aber nicht in das SI eingliedern ließen, da ihre Anfangsbuchstaben für andere Zwecke benötigt werden.

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