Eine Sekte macht sich bei Google breit - Kritiker verliert seinen Job

Der Suchmaschinenkonzern Google hat es jetzt mit einer Dis­kri­mi­nie­rungs-Kla­ge der besonderen Form zu tun bekommen. Ein Mitarbeiter wollte an seinem Arbeitsplatz nicht länger von einer religiösen Sekte belästigt werden und verlor infolgedessen seinen Job.
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Im Zentrum des Streits steht eine Gruppe, die sich Fellowship of Friends nennt. Diese widmet sich verschiedenen künstlerischen und kulturellen Aktivitäten und sieht sich damit als Keimzelle einer neuen, zivilisierteren Welt nach der sicherlich bald stattfindenden Apokalypse. Dafür hat sich die Sekte, die seit 1970 existiert, eine gemeinsames Zentrum in der kleinen kalifornischen Stadt Oregon House aufgebaut.

Aber nicht nur dort findet man eine nennenswerte Konzentration von Anhängern der Gruppe. Auch im Google Developer Studio (GDS) im Silicon Valley kommt man nicht an ihnen vorbei, wie die New York Times berichtet. Beim GDS handelt es sich um eine kleinere Abteilung in dem Konzern, von der beispielsweise die Videos produziert werden, mit denen man neue Technologien und Produkte in der Öffentlichkeit präsentiert.

Aufträge für die Glaubensfreunde

Zwölf Mitglieder der Religionsgemeinschaft sollen in dem Team arbeiten. Doch sind das nicht die einzigen, mit denen man in Kontakt kommt, wenn man als Außenstehender ebenfalls im GDS arbeitet. Die Gruppe der Festangestellten sorgt auch dafür, dass ihre Glaubensbrüder und -schwestern die meisten Jobs bei Firmen-Events abbekommen - sie stehen dann an den Registrierungsschaltern, machen Fotos, spielen Musik, geben Massagen und servieren Wein, der vom Weingut der Fellowship of Friends gekauft wurde.

In der eingangs genannten Klage behauptet der Videoproduzent Kevin Lloyd, dass er im letzten Jahr seinen Job beim GDS verlor, nachdem er sich über den Einfluss der religiösen Sekte beschwert habe. Nach Angaben der New York Times sind viele der in der Klage erhobenen Vorwürfe offenbar gerechtfertigt - dies hätten weitergehende Recherchen und Gespräche mit weiteren Quellen ergeben.

"Es verstößt gegen das Gesetz, nach der Religionszugehörigkeit derjenigen zu fragen, die für uns oder unsere Zulieferer arbeiten, aber wir werden diese Vorwürfe natürlich gründlich auf Unregelmäßigkeiten oder unzulässige Vertragspraktiken untersuchen", hieß es von Seiten Googles. Denn das Unternehmen sieht nicht nur Mitarbeiter ungern, die den Betriebsfrieden durch zu heftige Beschwerden stören, sondern auch, wenn Mitarbeiter Firmengelder nicht sachgemäß ausgeben oder Angehörigen und Freunden Aufträge zuschanzen.

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