Ericsson räumt ein: IS erhielt im Irak Geld für freie Transportwege

Der Netzwerkausrüster Ericsson hat eingeräumt, dass seitens des Unternehmens Geld an die Terrororganisation IS(IS) geflossen ist. Das hätten interne Ermittlungen ergeben. Der Fall kann ernste Konsequenzen haben, was erst einmal für einen Absturz des Aktienkurses sorgte.
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Wie Konzernchef Borje Ekholm in einem Interview ausführte, sei man auf auffällige Zahlungsvorgänge im Jahr 2018 aufmerksam geworden. Hier gab es weder nennenswerte Gegenleistungen noch seien die Empfänger ordentlich vermerkt worden. Wie sich herausstellte, wurden mit dem Geld freie Transportwege für Telekommunikations-Equipment durch den Irak erkauft - auch durch Gegenden, die unter der Kontrolle terroristischer Organisationen stehen.

Die Verantwortlichen sollen aber noch weiter gegangen sein. So beschränkten sie sich nicht immer nur darauf, dass notgedrungen eine bestimmte Passage erkauft werden musste. Teils wurden auch bewusst Wege durch das IS-Territorium gewählt, weil die dafür nötigen Bestechungsgelder letztlich günstiger waren als der ordnungsgemäße Einfuhr-Zoll des Irak.

Nicht der einzige Fall

Eine größer angelegte Untersuchung förderte aber noch weitergehende Vorfälle ans Licht. So kam es auch in anderen Regionen Asiens und des Mittleren Ostens zu Schmiergeldzahlungen, um Vorteile für das eigene Geschäft herauszuschlagen. Verbindungen damit waren auch Fälle von Geldwäsche. Länger laufende Ermittlungen in dem Bereich konnte Ericsson im Jahr 2019 wohl mit einer Vergleichszahlung von einer Milliarde Dollar aus der Welt schaffen.

Dass der Aktienkurs unter den nun öffentlich gewordenen Problemen um bis zu 14,5 Prozent einknickte, liegt auch daran, dass die ganze Sache noch weitergehende Folgen für das Unternehmen haben kann. Das betrifft unter anderem den US-Markt: In den USA prüft das Justizministerium jetzt den Verdacht auf Verstöße gegen Transparenzrichtlinien und die genannten Fälle als solche. Eigentlich hatte sich Ericsson aufgrund dessen, dass man in Nordamerika nicht mit Huawei konkurrieren muss, gute Geschäfte ausgerechnet. Allerdings könnte es schwer werden, bei Ausschreibungen Zuschläge zu bekommen, wenn man unter dem Eindruck steht, zur Finanzierung des IS beigetragen zu haben.

Siehe auch: Mobilfunker bremsen Netzausbau: Ericsson wird Equipment nicht los
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