Intel muss sich den Meltdown/Spectre-Klagen nun doch stellen
Die vor einiger Zeit entdeckten Schwachstellen in Intel-Prozessoren, die unter den Bezeichnungen Spectre und Meltdown geführt wurden, könnten den Chipkonzern nun noch ziemlich teuer zu stehen kommen. Ein Gerichtsverfahren hat eine wichtige Hürde genommen.
Eine Reihe von Kunden wirft dem Unternehmen vor, davon gewusst zu haben, dass es ein Problem mit den damals im Handel befindlichen Chips gibt. Gegenüber den Käufern wahrte man allerdings Stillschweigen. Entsprechend sieht man sich durch den Hersteller getäuscht und wird nun zumindest Schadensersatz einfordern wollen, da die Prozessoren qualitativ nicht hergaben, was durch den Preis des Anbieters suggeriert wurde.
Bereits kurz nach dem Bekanntwerden der Probleme im Jahr 2018 wurden insgesamt 32 Klagen gegen Intel eingereicht. Diese sind anschließend zu einem gesamten Verfahrenskomplex zusammengefasst worden und sollten als Sammelklage behandelt werden. Den Anwälten Intels gelang es aber seitdem, die Eröffnung eines Hauptsache-Verfahrens zu torpedieren, indem versucht wurde, die Rechtmäßigkeit der Klagen insgesamt anzuzweifeln. Die Klageschriften mussten daraufhin mehrmals neu eingereicht werden.
Allerdings soll der Konzern spätestens im Herbst 2017 durchaus von den Fehlern gewusst haben. Den Vorwürfen zufolge zögerte man die Information dann aber noch bis Anfang 2018 hinaus, um das anstehende Weihnachtsgeschäft nicht in Gefahr zu bringen. Laut den Klageschriften wurden den Kunden in dieser Zeit also wissentlich fehlerhafte CPUs verkauft.
Selbst dies könnte Intel noch teuer zu stehen kommen. Das hängt davon ab, wie eventuelle Schadensersatzforderungen seitens des Gerichts letztlich behandelt werden. Und natürlich geht es auch um die Frage eines Image-Verlustes, der weitaus schwerwiegender sein kann als die eigentlichen finanziellen Forderungen. Denn wenn Intel nach dem Verfahren als Anbieter dasteht, dem das eigene Geschäft sehr viel wichtiger ist als die Sicherheit der Kunden, könnte das für kommende Kaufentscheidungen bei großen Abnehmern durchaus einen Faktor darstellen.
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Bereits kurz nach dem Bekanntwerden der Probleme im Jahr 2018 wurden insgesamt 32 Klagen gegen Intel eingereicht. Diese sind anschließend zu einem gesamten Verfahrenskomplex zusammengefasst worden und sollten als Sammelklage behandelt werden. Den Anwälten Intels gelang es aber seitdem, die Eröffnung eines Hauptsache-Verfahrens zu torpedieren, indem versucht wurde, die Rechtmäßigkeit der Klagen insgesamt anzuzweifeln. Die Klageschriften mussten daraufhin mehrmals neu eingereicht werden.
Ab wann wusste Intel Bescheid?
Damit ist es nun aber vorbei, wie aus einem Bericht des britischen Magazins The Register hervorgeht. Zumindest ein Teil der einzelnen Klagen wurde nun zugelassen. Es handelt sich um jene von sieben Kunden, die nach August 2017 Chips des Anbieters erworben hatten. Alle weiter zurückliegenden Käufe wurden für den Fall als irrelevant eingestuft, da Intel zu dieser Zeit wahrscheinlich selbst noch nichts von den Problemen wusste.Allerdings soll der Konzern spätestens im Herbst 2017 durchaus von den Fehlern gewusst haben. Den Vorwürfen zufolge zögerte man die Information dann aber noch bis Anfang 2018 hinaus, um das anstehende Weihnachtsgeschäft nicht in Gefahr zu bringen. Laut den Klageschriften wurden den Kunden in dieser Zeit also wissentlich fehlerhafte CPUs verkauft.
Selbst dies könnte Intel noch teuer zu stehen kommen. Das hängt davon ab, wie eventuelle Schadensersatzforderungen seitens des Gerichts letztlich behandelt werden. Und natürlich geht es auch um die Frage eines Image-Verlustes, der weitaus schwerwiegender sein kann als die eigentlichen finanziellen Forderungen. Denn wenn Intel nach dem Verfahren als Anbieter dasteht, dem das eigene Geschäft sehr viel wichtiger ist als die Sicherheit der Kunden, könnte das für kommende Kaufentscheidungen bei großen Abnehmern durchaus einen Faktor darstellen.
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