Mysteriöse Fake-Filmorganisation verschickt fiese DMCA-Takedowns

Abmahnungen gemäß Digital Millennium Copyright Act (DMCA) sind im Internet an der Tagesordnung und trotz vieler Probleme kann man durchaus davon sprechen, dass sich derartige Takedowns bewährt haben. Doch nun wird das System massiv missbraucht.
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DMCA-Takedowns gehören zum Alltag des Internets und der digitalen Wirtschaft. Zumeist trifft es die Richtigen, mitunter aber auch die Falschen. Letzteres ist vor allem dann der Fall, wenn automatische Systeme wie Bots auf die Jagd nach Urheberrechtsverstößen gehen. Denn dann landen auch immer wieder Unschuldige und mitunter auch kuriose Ergebnisse auf den Takedown-Mitteilungen.

Doch es gibt auch Fälle, bei denen das System bewusst missbraucht wird, oftmals sind dafür Betrüger verantwortlich, die sich auf die eine oder andere Weise bereichern wollen. Nun gibt es eine regelrechte Welle neuer und betrügerischer Takedown-Anfragen und diese haben zahlreiche renommierte Seiten im Visier. Dazu zählen Netflix, Wired, The Verge, USA Today, Engadget, CNBC, Cnet, Pinterest und viele weitere mehr.

DMCA-Takedowns zu DRM-Umgehung

Bei den aktuellen DMCA-Benachrichtigungen, deren Motiv unklar ist, handelt es sich aber nicht um Standard-Takedowns dieser Art: Wie TorrentFreak berichtet, führen die DMCAs zu Links, die angeblich Kopierschutzmaßnahmen umgehen. Die Besonderheit ist hierbei, dass diese separat geführt werden und nicht im Transparenz-Bericht von Google aufscheinen. In der Lumen-Datenbank kann man sie aber sehen und dort kann man aktuell eine Zunahme von dubiosen Takedowns finden, die eine angebliche Organisation namens Video Industry Association of America verschickt.

Die Takedowns gegen die großen Seiten, deren Ursprung wohl in Russland liegt, hat Google nicht berücksichtigt, kleine Anbieter wie Fossbytes, Techloot und Robots.net hatten teilweise weniger Glück und wurden vom Suchmaschinenriesen entfernt. Das Problem: Gegen diese Art von Takedown hat Google keine Möglichkeit zur Wiederherstellung der beanstandeten Links, sie bleiben also gesperrt.

Google hat aber bestätigt, dass man sich des Problems bewusst ist: "Wir sind uns dieser betrügerischen Meldungen bewusst. Wir verfügen über eine Reihe von Mechanismen zur Aufdeckung von Missbrauch und arbeiten ständig an der Verbesserung unserer Vorgehensweise. Unsere Transparenzbemühungen sollen Dritten, einschließlich Journalisten, helfen, diese Art von Problemen zu erkennen, und wenn sie ans Licht kommen, stellen wir die URLs gegebenenfalls wieder ein."


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