Katastrophenschutz-Apps können iOS-Nutzer nicht immer warnen

iPhone-Nutzer erhalten unter bestimmten Umständen genau die Warnungen nicht, die bei Katastrophenschutz-Apps dringend schnell ankommen müssen. Ein genauer Blick auf die technischen Hintergründe zeigt, dass hier die App-Entwickler nicht mitgedacht haben.

Nicht stören heißt bei Apple wirklich nicht stören

Warnapps wie Nina und Katwarn stehen immer wieder in der Kritik, da wichtige Warnmeldungen die Nutzer nicht zuverlässig und zeitig erreichen. Jetzt wurde von der Stiftung Warentest im Zusammenspiel mit iOS-Geräten ein Problem entdeckt, das ebenfalls das Ausbleiben der Meldungen verursachen kann. Bei einem Test von fünf Warnapps hatte sich gezeigt, dass alle Entwickler hier einen entscheidenden Schritt nicht gegangen waren. Katwarn Fraunhofer FOKUS Katwarn (Matthias Heyde/ Fraunhofer FOKUS) Seinen Anfang nimmt das Problem bei Nutzern, die Apples "Nicht stören"-Funktion aktiviert haben - sie sorgt für eine zuverlässige Abschaltung von Hinweisen und Signaltönen. In der Grundeinstellung lässt das Feature aber eben auch die Meldungen der Warnapps nicht passieren. Wie auch Stiftung Warentest anmerkt, wäre es für Warnapps natürlich sinnvoll, zu jedem Zeitpunkt ihrer Funktion nachkommen zu können.

Katwarn Fraunhofer FOKUS Katwarn Fraunhofer FOKUS Katwarn Fraunhofer FOKUS Katwarn Fraunhofer FOKUS

Und genau diese Möglichkeit sieht Apple auch vor - nur wurde diese von keiner der fünf getesteten Apps wahrgenommen. Das Unternehmen macht es Entwicklern möglich, ihre Apps mit einer zusätzlichen "Critical Alerts"- Funktion auszustatten, die Warnungen auch im "Nicht stören"-Modus zulässt.

Zwei wollen nachreichen, der Rest nicht

Auf Anfrage der Tester sagen Nina und Biwapp zu, die wichtige Funktion mit dem nächsten App-Update zu integrieren. Der Deutsche Wetterdienst stellt dagegen zunächst nur eine Prüfung in Aussicht. Katwarn teilt nur mit, dass man eine Einführung "nicht plant" - Gründe für diese Entscheidung nennt man nicht.

Zu guter Letzt will dann auch Apple selbst mit dem iOS 15-Update im Herbst hier Anpassungen vornehmen, die eine breitere Lösung versprechen. So soll es dem Nutzer dann selbst möglich sein, Apps und Kontakte festzulegen, die vom "Nicht stören"-Modus ausgenommen sind.
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