Netflix untermauert starken Jahresauftakt mit weiterem Boom-Quartal

Der Videostreamer Netflix hat enorm von der Zeit profitiert, als die Menschen weltweit möglichst zuhause bleiben sollten, um das Infektionsrisiko zu mindern. Für die fast gleiche Menge Neuanmeldungen wie 2019 brauchte man so ein halbes Jahr.
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Als im ersten Quartal viele Firmen ihre Mitarbeiter nach Hause schickten, die kulturellen Angebote ringsum schlossen und auch von Treffen mit Freunden abgeraten wurde, explodierte die Zahl neuer Abos regelrecht. Im zweiten Quartal war der Ansturm nicht mehr ganz so groß, aber immer noch beachtlich. Statt der erwarteten 7,5 Millionen neuen Kunden konnte das Unternehmen 10,2 Millionen abgeschlossene Abos verbuchen.

Binnen der ersten sechs Monate dieses Jahres kamen so immerhin 26 Millionen neue Nutzer hinzu. Im Vergleich dazu: Das gesamte Jahr 2019 schloss Netflix mit 28 Millionen neuen Abos ab. Das wirkte sich natürlich auch auf die Einnahmen aus. Der Umsatz lag in den letzten drei Monaten immerhin 25 Prozent über dem Vorjahreswert, wie aus den vorläufigen Geschäftszahlen hervorgeht.


Boom geht nicht ewig weiter

Allerdings warnte das Management vor zu hohen Erwartungen. Reed Hastings erklärte in einem Schreiben an die Investoren, dass man in der zweiten Hälfte des Jahres wohl weniger neue Abos abschließen wird, als in der Zeit von Juli bis Dezember 2019. Über das Jahr hinweg werde sich der Boom der ersten Monate so ein Stück weit relativieren. Das kam an der Börse weniger gut an und ließ den Aktienkurs des Unternehmens erst einmal ein Stück abrutschen - was angesichts der enormen Zugewinne, die es auch hier in den letzten Monaten gab, aber kaum ins Gewicht fällt.

Wie stark die Anleger Netflix insgesamt einschätzen, zeigt sich auch am Börsenwert. Der Streaming-Dienst kam zuletzt auf eine Marktkapitalisierung von 232 Milliarden Dollar. Der Medienkonzern Walt Disney, der aktuell versucht, mit Disney+ einen Konkurrenten aufzubauen, liegt mit 215,7 Milliarden Dollar dahinter zurück.

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Netflixs Aktienkurs
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