Handelskrieg bremst 120-Tbit-Kabel von Google & Facebook aus

Um den Handelskrieg zwischen den USA und China ist es zwar ruhiger geworden, doch vorbei ist er keineswegs. Eine weitere Konsequenz des Konflikts besteht nun darin, dass die neueste Daten-Trasse durch den Pazifik nur teilweise in Betrieb gehen kann.
Huawei, Unterseekabel, Survey, Huawei Marine
Huawei Marine
Facebook und Google haben bei der US-Telekommunikationsbehörde FCC jetzt beantragt, die Infrastruktur als Verbindung zwischen den USA auf der einen und den Philippinen und Taiwan auf der anderen Seite in Betrieb nehmen zu dürfen, berichtet TechCrunch. Damit ist klar, dass ein wichtiger Teil des Unterseekabel-Systems - nämlich die Verbindung nach Hongkong und China - vorerst dunkel bleibt und die enormen Investitionen keine direkte Wirkung entfalten.

Das Pacific Light Cable Network (PLCN) besteht aus 13.000 Kilometern Glasfaserkabel. Google und Facebook wollen über die Infrastruktur in erster Linie eine direkte und sichere Verbindung zu ihren eigenen Datenzentren in Asien erhalten. Darüber hinaus sollen aber natürlich auch schnellere Verbindungen in neue Märkte geschaffen werden.

China ist dabei

Das Problem ist allerdings, dass auch diese Infrastruktur keine Einbahnstraße ist. Denn nur vier der sechs Glasfaser-Paare in dem Kabel gehören den beiden US-Konzernen, die anderen hat ein Unternehmen namens Pacific Light Data Communication (PLDC) finanziert, das dem Hongkonger Unternehmer Wei Junkang gehörte. Dieser hat den größten Teil seiner Beteiligung inzwischen an die Chengdu Dr. Peng Telecom & Media Co., Ltd. mit Sitz in Peking verkauft, die wiederum eng mit Huawei zusammenarbeitet. Man hat es hier also mit einer Konstellation zu tun, die in US-Regierungskreisen nicht gerade gern gesehen wird.

Eine volle Aufschaltung der neuen Infrastruktur, die immerhin eine Bandbreite von 120 Terabit pro Sekunde erreichen kann, bedürfte daher der Zustimmung des Team Telecom. Dabei handelt es sich um ein Gremium, in dem Vertreter der US-Ministerien für Verteidigung, Innere Sicherheit und Justiz zusammensitzen. Und bis dieses zu einer Entscheidung kommt, ob eine chinesische Beteiligung an einem direkten Zugang zu einer Daten-Infrastruktur der USA hinnehmbar ist, kann es Jahre dauern. Insofern werden viele Kilometer teures Unterseekabel wohl auf unbestimmte Zeit ungenutzt herumliegen.

Siehe auch: Gegen Chinas Einfluss: Australien baut Unterseekabel zu Inselstaaten
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Metras Aktienkurs in Euro
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!