Hochrechnung: In 50 Jahren gibt's auf Facebook mehr Tote als Lebende

Tod, Friedhof, Grab Bildquelle: Jim Linwood (CC BY 2.0)
Nicht mehr ganz so lebendige Personen spielen aktuell vor allem in populären Fernsehserien eine große Rolle. Wenn es keine grundlegenden Veränderungen gibt, wird man aber auch auf einem großen Sozialen Netzwerk wie Facebook in absehbarer Zeit vor allem auf Profile stoßen, deren Betreiber längst nicht mehr am Leben sind. Am Oxford Internet Institute (OII) hat man sich mal verschiedene Kennzahlen herangenommen, mit denen man entsprechende Prognosen stellen kann. In die Berechnung flossen Hochrechnungen zu den zukünftigen Wachstumszahlen Facebooks, der Entwicklung der Weltbevölkerung und der Lebenserwartung ein. Allerdings setzt die ganze Sache natürlich langfristig halbwegs stabile Entwicklungen voraus, was sich so sicherlich nicht ereignen wird.

Bleiben die Dynamiken aber so, wie sie sich zuletzt präsentiert haben, werden in rund 50 Jahren erstmals mehr Profile von bereits gestorbenen Menschen auf Facebook vor sich hindümpeln als von noch lebenden Nutzern. Selbst viele von jenen Usern, die heute noch nicht bei Facebook angemeldet sind, werden dann bereits das Zeitlich e gesegnet haben. Und kurz vor dem nächsten Jahrhundertwechsel werden etwa 4,9 Milliarden ehemalige Facebook-Nutzer bereits unter der Erde liegen - oder wie auch sonst mit ihren Überresten verfahren wird.

Es bedarf einer Planung

Die Berechnungen der Forscher aus Oxford sollen dabei in erster Linie einen Eindruck von dem geben, worauf sich die Plattform-Betreiber zukünftig einstellen müssen. Denn bisher gibt es meist nur recht begrenzte Strategien, wie mit Nutzern umzugehen ist, die gestorben sind. Das ist auch kaum verwunderlich, denn die Anbieter der verschiedenen Internet-Dienste interagieren natürlich mit ihren aktiven und lebenden Nutzern und Todesfälle sind in der Regel auch noch einzelne Erscheinungen.

Das wird sich mit der Zeit aber ziemlich massiv ändern und es gibt verschiedene Fragen zu klären. Das betrifft immer wieder die Diskussion, wer und in welchem Umfang Angehörige und Freunde Zugang zu den Daten Verstorbener erhalten dürfen. Laut Carl Öhman vom OII sollte hier aber auch überlegt werden, inwiefern man die Informationen bei Bedarf auch für die Forschung - beispielsweise jene von Historikern - zugänglich machen kann.

Siehe auch: Facebook erklärt Umgang mit Profilen Verstorbener Tod, Friedhof, Grab Tod, Friedhof, Grab Jim Linwood (CC BY 2.0)
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