SilentVoice: Japaner erfindet Lippenmikrofon für geräuscharmes Reden

Kommunikation, Sprachsteuerung, Sprache, Radio, Mikrofon, Rundfunk Bildquelle: Pixabay
Der für Microsoft Research tätige Forscher Masaaki Fukumoto hat während des ACM Sym­po­si­ums über User Interface Software und Technology (UIST) ein Mi­kro­fon präsentiert, mit dem man praktisch geräuschfrei diktieren kann. Der Trick besteht in der Atemtechnik. So zeigte Fukumoto eine Technik, die er als ingressives Sprechen bezeichnet. Mit wenigen Aus­nah­men wie etwa Schwedisch würden alle Sprachen ausatmend gesprochen werden, so der Japaner. Beim ingressiven Sprechen atmet der Sprecher aber bei leicht geöffnetem Mund wie ein Bauchredner ein. Das Ergebnis ist eine Art Flüstern, das unter 40 Dezibel liegen soll. Dies erlaubt es, ein Mikrofon sehr dicht vor den Mund zu führen, da die durch das Ausatmen typischen Popgeräusche nicht entstehen.

Diktate dank SilentVoice selbst in Bibliotheken

Laut Masaaki Fukumoto würde es diese Technik sogar erlauben, in den Räumen einer Bi­blio­thek zu diktieren. Der Geräuschpegel liege mit dem Wert unter 40 Dezibel sogar noch unter Flüsterlautstärke.



Dennoch sei das vom Lippenmikrofon aufgefangene Signallevel um 4,9 Dezibel stärker als bei normaler Sprachlautstärke. Obwohl der Sprecher sehr leise spricht, identifiziert das Lip­pen­mi­kro­fon die Luftbewegung beim Sprechen. So soll das Mikrofon auch in lauten Um­ge­bun­gen ausschließlich den Sprecher aufnehmen, um den Text dann zum Beispiel in einem Sprach­er­ken­nungs­pro­gramm weiterzuverarbeiten.

Spezialmikrofon mit Atem-Sensor

Masaaki Fukumoto hat dazu ein Spezialmikrofon entwickelt, das auch die durch die Nase kom­men­den Atemzüge aufzeichnet und inter­pre­tiert. Dieses Mikrofon kann in zahlreichen An­wen­dun­gen verbaut werden. Der Japaner nannte Armbanduhren mit Auf­zeich­nungs­funk­tion, Headsets, Fernbedienungen für Fern­seh­ge­rä­te und sogar ein Zahn­im­plan­tat als Bei­spie­le. Eine weitere Art, das Mikrofon stets greifbar zu haben, ist ein Ring auf dem Zeigefinger. Der Anwender spricht also praktisch in seine Faust.

Allerdings räumt der Forscher noch Schwächen bei der Erkennung nasaler Laute ein, wenn das Mikrofon zu dicht an der Nase platziert ist. Fukumoto empfiehlt, beim Diktieren nur mit dem Mund zu atmen und hat dafür gleich einen Lern-Trick parat. So ließe sich die Technik am leichtesten mit einem Strohhalm perfektionieren, durch den man ausschließlich mit dem Mund atmet. Der Sprecher soll dann diktieren, nachdem er bewusst ausgeatmet hat.

Bislang waren in Japan lediglich groteske Karaoke-Mikrofone bekannt: Der Hobby-Sänger gibt seine Weisen da in einen Trichter zum Besten, an dem ein Mikrofon angeschlossen ist. Dies ist wiederum mit einem Kopfhörer verbunden. Kommunikation, Sprachsteuerung, Sprache, Radio, Mikrofon, Rundfunk Kommunikation, Sprachsteuerung, Sprache, Radio, Mikrofon, Rundfunk Pixabay
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