Kontakt-Vorschläge: Facebook soll islamische Extremisten "verkuppeln"

2018 ist bisher nicht unbedingt das Jahr des sozialen Netzwerks Facebook. So gab es zuletzt massive Kritik an der Datenweitergabe an das britische Unternehmen Cambridge Analytica. Nun tauchte eine weitere brisante Information auf, nämlich dass man Jihadisten miteinander vernetzt und das über ein vermeintlich harmloses Feature.
Krieg, IS, Islamischer Staat
Dabiq
"Personen, die du kennen könntest" ist eine Funktion, die bei Facebook alltäglich und die sicherlich auch zentral ist. Denn Millionen Menschen haben darüber mehr oder weniger zufällig Freunde (wieder)gefunden, die sie vor langer Zeit aus den Augen verloren haben oder auch interessante neue Kontakte geknüpft.

"Jihadisten, die du kennen könntest"

Laut einem Bericht der britischen Zeitung The Telegraph könnte man das Vorschlagsystem in einigen Fällen auch "Jihadisten, die du kennen könntest" nennen. Denn Facebook soll mit derartigen Kontaktvorschlägen tausende Anhänger des Islamischen Staates (IS) miteinander verknüpft haben.

Schuld daran ist ein in diesem Fall wohl zu "gut" arbeitender Algorithmus gewesen. Dieser soll auch Menschen mit ähnlichen Interessen und gemeinsamen Kontakten miteinander verkuppeln. Das funktioniert zwar nicht ganz so einfach und offensichtlich, dennoch ließ sich das System offenbar missbrauchen.

Das geht aus einem Report des Counter Extremism Project hervor. Die Non-Profit-Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Technik-Unternehmen auf derartige Missstände aufmerksam zu machen. Sie fordert von Facebook und Co. ein konsequenteres Vorgehen in Bezug auf extremistisches und terroristisches Material.

Einer der Autoren, Gregory Waters, beschreibt, dass er nach der Kontaktaufnahme zu einem Extremisten mit Vorschlägen zu Pro-IS-Freunden regelrecht bombardiert wurde. Noch schlimmer ist, was sein Kollege Robert Postings erfahren musste. Dieser klickte sich angeblich nur durch diverse Berichte von (nicht extremistischen) Nachrichtenseiten zu einem islamistischen Aufstand auf den Philippinen und wurde aufgrund dieses Verhaltens mit eindeutigen Freundesvorschlägen beglückt.

Facebook tue zu wenig, um Extremismus zu bekämpfen, so Counter Extremism Project, das auch diverse andere Beispiele für die Nachlässigkeit des sozialen Netzwerks anführt.
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