Briefträger bald arbeitslos? DHL testet PostBOT-Zustellroboter

Roboter, Drohnen, Logistik, Deutsche Post, Postbot Bildquelle: Deutsche Post
Die Deutsche Post hat im hessischen Bad Hersfeld einen Feldversuch mit einem Zustellroboter namens Postbot begonnen. Der elektrisch fahrende Roboter soll Briefträger bei der Arbeit entlasten und den bei Fußzustellern üblichen Handwagen ersetzen. Gewerkschafter sehen die Entwicklung po­sitiv und erwarten keinen Verlust von Arbeitsplätzen.
Der Postbot hat Platz für sechs Briefbehälter und kann eine Maximallast von 150 Ki­lo­gramm transportieren. Mit mehreren Sensoren überwacht der Roboter die Beine der Aus­träger und folgt diesen automatisch auf Schritt und Tritt auf dem Gehweg. Wenn ein Hin­dernis den Weg blockiert, kann er dieses umfahren oder stoppt, wenn das nicht geht. PostbotDer Roboter kann Lasten bis zu 150 Kilogramm transportieren und folgt den Zustellern mittels Sensoren auf Schritt und Tritt.

Wetterfeste Technik

Der für alle Witterungsbedingungen geeignete Zustellroboter kann gerade bei starkem Regen oder kaltem Wetter im Winter eine große Ent­las­tung für Briefträger sein. Bei der Ent­wick­lung wurde auch auf ergonomisch plat­zier­te Be­dien­ele­mente an beiden Seiten des Postbots ge­ach­tet, damit er besonders rücken- und ge­lenk­scho­nend genutzt werden kann.

Bislang handelt es sich um einen ersten, auf sechs Wochen beschränkten Test. Anschließend werden die Erfahrungen und Daten ausgewertet, um Folgetests und Weiterentwicklungen zu un­ter­stüt­zen. Insofern handelt es sich beim Postbot noch nicht um einen vollends ausgereiften Zustellroboter, den man bald auch bundesweit bestaunen könnte.

Arbeitsplätze bedroht?

Auch wenn der Postbot zunächst als ein die Zusteller begleitendes Gerät konzipiert wurde, ist die Frage nach möglicherweise wegfallenden Arbeitsplätzen berechtigt. Die entlasteten Zu­stel­ler können mit dem Postbot schließlich ein größeres Areal schneller versorgen. Für die nahe Zukunft sind auch voll-autonome Lieferroboter denkbar. Postvorstand Jürgen Gerdes sagt zwar, die Post führe solche Geräte nicht ein, um Arbeitsplätze zu ersetzen. Wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen könnte, haben aber UPS und Amazon mit ersten Tests mit Liefer-Drohnen bereits gezeigt.


Sigrun Rauch, der Verdi-Verantwortliche für Postdienste, Speditionen und Logistik sieht aber zunächst ebenfalls die Vorteile für die Angestellten. Man begrüße den Versuch mit dem Postbot, da solche technischen Hilfsmittel dazu beitrügen, die körperliche Belastung der Zusteller zu verringern. "Eine Sorge vor dem Verlust von Arbeitsplätzen haben wir nicht", erklärte Rauch.


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