US-Geheimdienst NSA überwachte Filesharing per Kazaa & eDonkey

Nsa, National Security Agency, NSA Logo Bildquelle: NSA
Der US-Geheimdienst NSA hat laut jetzt veröffentlichten internen Dokumenten des Whistle-Blowers Edward Snowden in den 2000er Jahren offenbar diverse Filesharing-Plattformen wie Kazaa, eDonkey, eMule, Napster und Limewire ins Visier genommen. Bei zwei der beliebten Dienste gelang es den Spionen sogar, die Verschlüsselung zu knacken und dann die Dateien der Anwender einzusehen. Wie die Nachrichten-Website The Intercept unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente aus dem Fundus des früheren Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden berichtet, überwand die NSA bei Kazaa und eDonkey nach einiger Zeit die Verschlüsselung und konnte dadurch sowohl Suchanfragen als auch die von den Nutzern verbreiteten Dateien einsehen. Natürlich ging es der National Security Agency als Auslandsgeheimdienst nicht um die Bekämpfung der Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte.

Stattdessen wollte man offenbar Terroristen und anderen Straftätern auf die Schliche kommen, weil diese die beiden Dienste ebenfalls nutzten. In den NSA-internen Dokumenten ist unter anderem davon die Rede, dass man bei einer Durchsuchung der durch die Überwachung der Filesharing-Dienste entstandenen Datenbanken feststellte, dass viele Zielpersonen die damals weit verbreiteten Filesharing-Anwendungen nutzten.

Gleichzeitig zweifelten NSA-Mitarbeiter aber auch den Nutzen der Überwachung an, denn "wenn die Zielpersonen nur das jüngste Album ihres bevorzugten Popstars teilten, ist dieser Traffic von zweifelhaftem Wert (ohne Britney Spears beleidigen zu wollen)", schrieb einer der NSA-Analysten.

Nachdem die NSA die Verschlüsselung überwunden hatte, stellte man fest, dass bestimmte Informationen wie etwa E-Mail-Adressen, Ländercodes, Nutzernahmen, Ort der heruntergeladenen Dateien und eine Liste der zuletzt durchgeführten Suchanfragen eingesehen werden konnten. Man habe außerdem einige "überraschende" Dateien gefunden, wobei nicht näher spezifiziert wurde, ob es sich etwa um pornografische Inhalte oder frühe Memes handelte.

Als BitTorrent populär wurde, begannen die NSA und ihr britisches Gegenstück GCHQ den dezentralen Filesharing-Dienst ins Visier zu nehmen. Unter anderem gelang es ihnen auch in diesem Fall an Informationen von Straftätern zu gelangen, so dass eine Gruppierung von Pädophilen ausgehoben werden konnte und die britischen Dienste in der Lage waren, nach bestimmten Schlagwörtern zu fahnden.

Kazaa ist bereits seit Jahren nicht mehr in Benutzung, nachdem die Website des Dienstes bereits im Jahr 2012 offline ging. eDonkey wird hingegen teilweise noch immer genutzt. Laut den Entwicklern des Clients EMule war man nie darauf bedacht, die geteilten Inhalte vor dem Zugriff durch Dritte zu schützen. Stattdessen sei es bei der Protokoll-Verschlüsselung darum gegangen, ein Ausbremsen des Netzwerkverkehrs durch Netzbetreiber und Provider zu verhindern, erklärte einer der Entwickler laut dem Bericht.

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