Cyanogen zu Anfrage für Switch-OS: "Steckt es euch sonst wohin"

Nintendo, Ui, Benutzeroberfläche, Nintendo Switch, Switch, User Interface Bildquelle: NeoGAF
Es gab eine ganze Weile lang Gerüchte, dass Nintendo bei seiner Anfang des Monats erschienenen neuen Konsole auf das mobile Google-Betriebssystem setzen will. Daraus wurde nichts, inzwischen ist klar, dass ein eigenes System zum Einsatz kommt. Doch offenbar waren die Überlegungen konkreter als man bisher wusste.
Cyanogen Inc. ist seit einer Weile nicht mehr. Der kommerzielle Ableger der populären und mittlerweile als LineageOS bekannten Aftermarket-Firmware hat Ende des vergangenen Jahres seine Pforten dichtgemacht. Dem waren zahlreiche wirtschaftliche Fehlentscheidungen vorausgegangen. Und wenn die aktuellste tatsächlich stimmt, dann kann man nur sagen: Wohl gut so, denn ein Unternehmen mit einem solchen Management hat am freien Markt nichts verloren.

Ernsthaft?

Denn der (seit jeher umstrittene) Cyanogen Inc.-Vorsitzende Kirt McMaster hat vor kurzem in einem mittlerweile gelöschten Antwort-Tweet mitgeteilt, dass der japanische Konsolenhersteller an Cyanogen Inc. herangetreten sei (via xda-developers): "In den frühen Tagen von Cyanogen wollte Nintendo von uns, dass wir ein Betriebssystem für ein bestimmtes Portable (also tragbare Konsole) erschaffen. Ich habe ihnen gesagt, dass sie sich das sonst wohin stecken können."


Dabei kann es sich nur um Switch gehandelt haben, denn das letzte tragbare Gerät davor war die Konsole 3DS und dieser Handheld kam 2011 auf den Markt, also weit vor der Gründung von Cyanogen Inc.

Nintendo hat für die Konsole stattdessen ein eigenes Betriebssystem auf Basis von FreeBSD entwickelt, laut McMaster stecken aber dennoch Teile von Android im Switch-OS. Das ist möglich und auch wahrscheinlich, da Nvidias Chipsatz Tegra X1 bereits für Android optimiert ist und etwa in Shield TV steckt.

Ob die Offenheit ein gutes Licht auf McMaster und das Management-Team von Cyanogen Inc. wirft, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt. Denn man muss kein Nobelpreisträger für Wirtschaft sein, um zu erkennen, dass der kommerzielle Ableger von CyanogenMod heute vermutlich noch am Leben wäre, wenn McMaster das "Sonst-wohin-stecken" anders gemeint hätte und das OS nun in der erfolgreichsten Konsole seit langem steckte.

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