WordPress: "Wix.com hat sich dreist an unseren Codes bedient"

Logo, Wordpress, Markenzeichen Bildquelle: Wordpress
Der Webseiten-Baukasten Wix.com versucht aktuell durch eine aggressive Werbekampagne über soziale Netzwerke möglichst viele Kunden zu gewinnen. Nun fährt ihm allerdings der Gründer der äußerst populären WordPress-Plattform in die Parade und bezichtigt die Firma des Code-Diebstahls.

Infografik: Welche Open Source-Lizenz soll ich wählen?Welche Open Source-Lizenz soll ich wählen?
Laut Matt Mullenweg, der WordPress im Jahr 2003 auf den Weg brachte, seien verschiedene Quellcodes seiner Software als Grundlage der Bearbeiten-Funktionen auch bei Wix.com zu finden. Das wäre im Grunde kein großartiges Problem - immerhin handelt es sich bei WordPress um Open Source-Software. Doch steht eben auch diese stets unter bestimmten Lizenzen, deren Bedingungen bei der Weiterverwendung von Code zu beachten sind.

WordPress wird dabei unter der von vielen doch als ziemlich rigide wahrgenommenen GPL zur Verfügung gestellt. Wenn Wix.com nun die Sourcen für sein eigenes Angebot einsetzt, müssten verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen wäre es erforderlich, dass der Quellcode hinter der Plattform im Wesentlichen ebenfalls unter der GPL öffentlich bereitgestellt und die Herkunft des übernommenen Quelltextes angegeben wird.

Solche Verstöße gegen die Lizenz passieren ziemlich häufig. Hier kommt allerdings hinzu, dass Mullenweg offenbar ohnehin nicht sonderlich gut auf Wix.com zu sprechen ist. "Wix hat sich jederzeit großzügig bei WordPress bedient - das zeigt sich schon beim Firmennamen, der eigentlich Wixpress Limited lautet - aber solch ein offensichtlicher Code-Diebstahl übertrifft alles, was ich bisher von einem Konkurrenten zu sehen bekommen habe", erklärte dieser in einer Stellungnahme.

Wix wundert sich

Wix-Chef Avishai Abrahami zeigte sich hingegen ziemlich verwundert. In einer Antwort erklärte er, dass er sich nicht einmal darüber klar gewesen sei, dass WordPress seine Firma als Konkurrenten ansieht. Er räumte die Übernahme verschiedener Codes auch durchaus ein. "Aber das ist doch das Konzept von Open Source, oder?", so Abrahami, der sich in der Folge auch damit rechtfertigte, dass man alle Veränderungen und Verbesserungen sogar an das Projekt zurück übermittelt habe. Dies würde allerdings kaum genügen, um die Bedingungen der GPL zu erfüllen.

Wer hier letztlich auf der richtigen Seite steht, wird sich noch zeigen müssen. Mullenwegs Vorwürfe klingen durchaus gerechtfertigt, wenn auch von einer Art persönlichem Groll unterfüttert. Abrahami schlug zumindest vor, die Sache nicht weiter über Netzöffentlichkeit, sondern doch besser bei einer Tasse Kaffee persönlich zu besprechen. Dies spricht durchaus dafür, dass es eine Einigung ohne Gerichtsverfahren geben könnte.

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