Dell: Massive Arbeitsrechtverstöße in China

Logo, Dell, PC-Hersteller Bildquelle: Dell
Schwere Vorwürfe gegen den viertgrößten Computer-Hersteller der Welt: In den Fabriken von Dell soll es zu massiven Arbeitsrechtverstößen kommen. Dell bricht damit den eigenen Codex.
Hauptproblem bei den festgestellten Vergehen in insgesamt vier Farbrik-Komplexen in den chinesischen Provinzen Guangdong und Jiangsu sind Arbeitszeitverstöße. Diese sind laut der Untersuchung vom Forschungszentrum DanWatch in Zusammenarbeit mit China Labor Watch (CLW) auch durch den Preisdruck, und damit von Dell selbst zu verantworten. DanWatch bei Dell Dell hat dabei wie viele Unternehmen einen öffentlichen Codex, der den Partnern eigentlich die Einhaltung der landesüblichen Arbeitsgesetze aufzwingt und meist noch darüber hinausgehende Verbesserungen aufdiktiert. Wie es aber wirklich vor Ort aussieht, haben sich DanWatch und China Labor Watch jetzt nochmals angesehen. Vier Zulieferer wurden von April bis September 2013 untersucht, zum Teil mit Hilfe von verdeckten Ermittlungen durch Arbeiter. Die Vorwürfe von CLW und DanWatch wurden in einem Video zusammengefasst:


Einige Fakten aus der Videoreportage und dem Untersuchungsreport:

· 60 bis 74 Stunden Arbeitszeit pro Woche (oder bis zu 296 Stunden im Monat), bis zu 136 Überstunden je Monat
· zu geringe Ruhezeiten, teils 7 Arbeitstage die Woche
· Überstunden können nicht abgelehnt werden, es droht der Rauswurf
· verbale Beschimpfungen durch die Vorgesetzten, erniedrigende Bestrafungen
· durch die unterdurchschnittlichen Löhne sind die Arbeiter auf Überstunden angewiesen
· Belastung durch Chemikalien und Schwermetalle in der Produktionsphase ohne Schutzkleidung
· 90 Arbeiter teilen sich eine Dusche
· 50 Arbeiter teilen sich eine Toilette
· überfüllte und überteuerte Wohnheime
· männliche Bewerber müssen teils Gebühren zahlen, um von einer Fabrik aufgenommen zu werden (Frauenquote 2:1 Männer)
· unfreiwillige Praktika

Selbst mit den Überstunden verdienen die Arbeiter keine 370 Euro im Monat, was immer noch nur gut die Hälfte des Durchschnittslohn in der Stadt Shenzhen entspricht. Das Leben in der Region sei dazu überaus teuer. Die zwei Fabriken Hipro und Mingshuo bezahlen mit umgerechnet 161 und 167 Euro für 40 Stunden pro Woche gut 30 Euro weniger, als den vom Parteitag festgelegten gesetzlichen Mindestlohn von 196 Euro pro Woche in Shenzhen.

Die untersuchten Fabriken arbeiten auch für weitere bekannte Computerfirmen: Das seien ASUS, HP, Samsung, Microsoft, IBM, Compaq, NEC, Yokogawa, Sony, NEC, GE, Fujitsu und Phillips.

DanWatch bei DellDanWatch bei DellDanWatch bei DellDanWatch bei Dell

Dell habe man sich laut CLW vorgenommen, da das Unternehmen in der Vergangenheit Besserung gelobte. Außerdem habe Dell eine wichtige Markt­position bei der Belieferung des öffentlichen Sektors in Europa:

"Bei den Recherchen stand der amerikanische Computerproduzent Dell im Fokus, da Dell in Europa, was öffentliche Aufträge angeht, eine maßgebliche Marktstellung einnimmt. Dell ist eine von vielen IT-Markenfirmen, die von NGOs wegen Arbeitsrechtsverletzungen an den Pranger gestellt wurden und trotzdem nur wenig zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen getan haben", so die Leiterin der Clean-IT-Kampagne, Andrea Ben Lassoued.



Dell steht immer wieder im Fokus von Ermittlungen. Dell selbst soll Berichten zu Folge bereits Verstöße bei stichprobenartigen Besuchen bei ihren Zuliefern entdeckt und geahndet haben. Zu den neuen Fällen hieß es, man habe Pläne zur Mängelbehebung.

Abschließend wird im Bericht nochmals darauf hingeweisen, dass es sich um ein industrieweites Problem handelt, bei dem die Politik gefragt wäre, durchzugreifen. Der gesamte Report kann auf Deutsch bei Clean IT heruntergeladen werden (Download 784 KB). Logo, Dell, PC-Hersteller Logo, Dell, PC-Hersteller Dell
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