Überwachung: Nutzer trotz allem nicht schutzlos
Angesichts der Berichte über die Überwachungsprogramme der westlichen Geheimdienste fühlt sich so mancher Nutzer schlicht ohnmächtig - dabei ist er nach Ansicht von Experten keineswegs schutzlos ausgeliefert.
"Viele Informationen, die derzeit kursieren, sind häufig zu starke Verallgemeinerungen der bekannten Fakten", erklärte Arno Wacker, Leiter des Fachgebiets Angewandte Informationssicherheit an der Universität Kassel. "So ist zumindest nicht bekannt, dass sämtliche SSL-Verbindungen für die Geheimdienste quasi öffentlich sind."
Beim Brechen solcher Verschlüsselungen handle es sich aber eher um gezielte Angriffe, bei denen bekannten Schwachstellen ausgenutzt werden. Teils wurden aber auch Schlüsseln, die eigentlich geheim sein sollten, weitergegeben, um den Zugriff auf die entsprechende Kommunikation zu ermöglichen.
Irreführend sei auch der Eindruck, dass der US-Geheimdienst NSA und der britische GCHQ alle Verschlüsselungsverfahren mühelos knacken und dementsprechend verschlüsselte Nachrichten problemlos mitlesen könnten. "Es gibt derzeit keine Anzeichen, dass die NSA ein Wundermittel gegen jegliche kryptographische Verfahren hat. Grundsätzlich funktioniert Kryptographie immer noch und ist letztlich das einzige wirkungsvolle Mittel, dass man als Normalbürger gegen die globalen Spähaktionen im Internet hat", sagte der Informatiker.
Problematisch werde die Situation allerdings, wenn ein Geheimdienst sich von Herstellern von Kryptographiesoftware die entsprechenden Zugangsschlüssel aushändigen beziehungsweise Hintertüren einbauen lässt. Nutzerinnen und Nutzern von Kryptographiesoftware könne man daher nur raten, sich genau anzusehen, wo die fragliche Herstellerfirma ihren Sitz habe, empfahl Wacker. Alternativ wäre auch der Rückgriff auf einige der zahlreichen Open Source-Tools möglich, bei denen zumindest die Chance besteht, dass unabhängige Prüfer in den Quelltext gucken.
Beim Brechen solcher Verschlüsselungen handle es sich aber eher um gezielte Angriffe, bei denen bekannten Schwachstellen ausgenutzt werden. Teils wurden aber auch Schlüsseln, die eigentlich geheim sein sollten, weitergegeben, um den Zugriff auf die entsprechende Kommunikation zu ermöglichen.
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Christian Kahle
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