Telekom will Geheimhaltung von Angriffen beenden

Die Deutsche Telekom will sich für einen anderen Umgang von Unternehmen mit Angriffen auf ihre IT-Infrastruktur einsetzen. Ein stärkerer Austausch soll dabei helfen, den Gefahren insgesamt besser entgegentreten zu können.

Bisher agieren Firmen in der Regel nach dem Prinzip der Geheimhaltung - zumindest so lange es geht und die Schäden nicht ohnehin drohen öffentlich zu werden, wie es etwa bei gestohlenen Nutzerdatenbanken der Fall ist. Zu groß ist meist die Angst, dass das öffentliche Ansehen des Unternehmens leidet oder Konkurrenten den Vorfall zu ihren Gunsten ausnutzen.

"Wir plädieren für eine unabhängige Plattform, die Angriffe auf Unternehmen sammelt und branchenübergreifend warnt. Mit Angriffen sind nicht nur Attacken auf kritische Infrastrukturen gemeint, sondern auch andere relevante Vorfälle" erklärte Reinhard Clemens, Chef der Telekom-Tochter T-Systems. Man wolle erreichen, dass Unternehmen hier auf freiwilliger Basis mitmachen.


Der Vorteil liege laut Clemens darin, dass über die Plattform alle angeschlossenen Firmen bei einem Angriff eine Warnung erhalten und, wo möglich, auch Anleitungen zur Prävention. Das schaffe unmittelbar einen Anreiz, sich aus freien Stücken zu beteiligen. Denn jedes Unternehmen profitiert von Warnungen oder gar Abwehrmaßnahmen eines anderen.

"So können wir sicherstellen, dass Unternehmen unterschiedlicher Branchen von einander lernen, Gefahren frühzeitig erkennen und präventiv ihre Systeme schützen. Und mehr Sicherheit bedeutet Vorteile für unsere Volkswirtschaft", führte der Manager weiter aus. Denn der Informations- und Telekommunikationssektor habe schon einen Anteil von 5 Prozent am europäischen Bruttosozialprodukt und trägt mit mehr als 20 Prozent zum Produktivitätswachstum in Europa bei - Tendenz steigend.

Ungeeignet findet Clemens hingegen den Vorstoß von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, das Problem mit einer Meldepflicht für Angriffe auf kritische Infrastrukturen anzugehen. "Ein Angriff auf diese Infrastrukturen ist ein Angriff auf unsere Volkswirtschaft mit erheblichen Folgen. Die Frage ist allerdings, ob ein weiteres Gesetz hier hilft. Gerade für unsere Branche gibt es schon etablierte weitreichende Meldeprozesse. Ein weiteres Gesetz brächte uns nur mehr Aufwand, aber keinen zusätzlichen Nutzen", argumentierte der Telekom-Manager.
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Ob wir wohl irgendwann, ähnlich wie bei Herrn Hartz (4) über das hier reden werden: Friedrich 1 + 2 + 3 ? *fg Ich hoffe ja eigentlich, das es nicht soweit kommen wird, aber so gerne & oft, wie der Mann radikale Vorschläge raushaut und umsetzen will..
 
@DerTigga: Eben ein typisch Radikaler im Öffentlichen Dienst?
 
Die Frage ist natürlich, warum man jetzt gerade die Geheimhaltung von Angriffen beenden will. Sieht für mich so aus, dass man mit dieser Geheimniskrämerei keinen "Erfolg" hatte und man wohl irgendwelchen "Angriffen" irgendwie hilflos gegenübersteht. Man kann sich ja mal an den Innenminister Friedrich wenden, der mit seinem "Cyberabwehrzentrum" bestimmt helfen kann (ist ironisch gemeint).
 
Ich sehe irgendwie den Anreiz zur Beteiligung nicht. Man profitiert doch in erster Linie von den Meldungen ANDERER Unternehmen - also lehnt man sich doch eher zurück und schaut mal, was so kommt - und wenn das alle machen, kommt nichts.... Die Idee an sich ist gut, ohne Zwang können sie aber weiterhin die "peinlichen" Probleme verschweigen


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