In Großbritannien kam es in der letzten Zeit zu einer ungewöhnlich hohen Zahl gestohlener BMWs. Dies ist allerdings wohl nicht auf ein gestiegenes Interesse an der Marke zurückzuführen, sondern auf gleich mehrere Sicherheitsprobleme in der Elektronik der Wagen.
Denn bei den gestohlenen Fahrzeugen handelt es sich stets um neue Modelle, die keinen Autoschlüssel mehr voraussetzen. Die Diebe benötigen lediglich Zugang zum On-Board Diagnostic (OBD)-Port, um mit einem Exploit die Zugangseinstellungen zu überschreiben. Dies ist recht problemlos möglich, da an dieser Stelle kein Passwort den Zugriff auf das integrierte System schützt, berichtet das Magazin 'ZDNet'.
Eigentlich sollten die Sicherheitssysteme des Autos bereits anschlagen, bevor die Diebe diesen Port überhaupt erreichen können. Allerdings gibt es keinen Sensor, der ausreichend Schutz vor einer unbefugten Öffnung des Fensters bietet. Und ausgerechnet vor dem OBD-Port hat auch das Ultraschall-System, dass die Alarmanlage bei einem unbefugten Eindringen in das Fahrzeug auslösen soll, auch einen blinden Fleck.
Da der OBD-Port auch bei einem ausgeschalteten Auto stets mit Strom versorgt wird, ist es so möglich, die Elektronik zu manipulieren. Im Autoforum 1Addicts zeigte ein Nutzer beispielsweise ein Video seiner heimischen Überwachungskamera, in dem zu sehen ist, wie Diebe seinen BMW in nicht einmal drei Minuten öffneten und fahrbereit machen konnten.
Bei BMW ist man sich den Angaben zufolge des Problems bewusst, sieht allerdings derzeit wohl keinen akuten Handlungsbedarf. Diebstahl sei ein Problem der gesamten Industrie und insbesondere der Hersteller von Luxusmarken, hieß es. Laut dem Bericht ist der Anbieter aber durchaus gefragt, da seine Produkte aktuell besonderes Interesse bei Dieben wecken. Für Abhilfe dürfte vorerst nur eine Deaktivierung des OBD-Ports sorgen, in dem dessen Kabel schlicht gekappt werden.


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