Google beginnt mit Auswertung von Nutzerdaten
Der Suchmaschinenbetreiber Google hat damit begonnen, gespeicherte Nutzerdaten für die Verbesserung der Anzeigenauslieferung auszuwerten. Erstmals nutzt das Unternehmen damit die Informationen, die seit einigen Jahren gesammelt werden, zur Steigerung seiner Einnahmen.
Wie Nick Fox, Leiter des Produktmanagements, gegenüber der 'New York Times' mitteilte, werden derzeit die Suchanfragen einzelner Nutzer analysiert, die in den letzten Tagen gestellt wurden. Anders als bei einigen Konkurrenten würde somit nicht das gesamte Nutzungsverhalten in die Auswertung einfließen.
Ziel sei es, dem Anwender Anzeigen zu präsentieren, die besser mit seinen Interessen übereinstimmen. Ursprünglich blendete man jeweils nur Werbung ein, die zur aktuellen Suchanfrage passte. "Manchmal sind die Anfragen aber doppeldeutig und man benötigt einen etwas breiteren Kontext", sagte Fox.
Seit einiger Zeit stellt Google deshalb auch die Suchbegriffe in Zusammenhang, die der Nutzer bei einem einzelnen Besuch verwendete. Die sonstigen gespeicherten Daten kamen hingegen noch nicht zum Einsatz. "Manchmal sagen die letzten Anfragen wenig aus", so Fox. Um für mehr Klarheit zu sorgen, müsse man dann einen Tag zurückgehen.
Datenschützern bereitet die umfassende Speicherung von Suchanfragen, die eindeutig mit den genutzten Rechnern in Verbindung gebracht werden, Sorgen. Google beteuert zwar, dass man sorgfältig auf den Datenschutz achte, in der Vergangenheit zeigte sich jedoch, dass es trotzdem zur Verletzung der Privatsphäre kommen kann.
So tauchten vor einiger Zeit Logs von Suchmaschinen-Anfragen bei AOL öffentlich im Netz auf. Diese waren zwar anonymisiert, anhand der Suchbegriffe ließen sich jedoch trotzdem einzelne Nutzer eindeutig identifizieren. So stellte sich bei der Analyse der Daten beispielsweise heraus, dass einige Anwender die Namen ihrer Familienmitglieder eingaben, um deren Verbreitung im Internet zu verfolgen. In Verbindung mit einigen anderen Anfragen konnten eindeutige Rückschlüsse auf den Nutzer gezogen werden.
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Christian Kahle
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