Auch Microsoft räumt sich in neuen AGB Prüfung privater Dinge ein

Der Zeitpunkt des Bekanntwerdens ist vermutlich zufällig: Nachdem Google gerade für einige Aufregung sorgte, weil private Inhalte auf dem Cloud-Speicherplatz in Augenschein genommen werden, räumt sich Microsoft ein ähnliches Recht für alle möglichen Dienste ein und will Regelverstöße auch mit Sanktionen umsetzen.
Verwirrung, Staunen, Ahnungslos
Public Domain
Bei Google resultierte es in Fehlermeldungen, wenn unerwünschte Inhalte in den Cloud-Speicher geladen und an Dritte weitergegeben werden sollten. Bei Microsoft kann es hingegen passieren, dass man beispielsweise die Xbox Gold Membership oder Guthaben verliert, wenn man sich nicht an die Bestimmungen hält - das geht zumindest aus den neuen Geschäftsbedingungen hervor, die ab dem 1. Mai für eine ganze Reihe von Microsoft-Diensten gültig werden sollen, berichtet das US-Magazin CSO. Zuvor hatte schon der Bürgerrechts-Aktivist Jonathan Corbett Alarm geschlagen.

Um seine Dienste sauber zu halten, untersagt Microsoft in den Regularien unter anderem Beleidigungen oder verschiedene Formen von Nacktheit. Das ist im Grunde schon länger so. Neu ist allerdings, dass sich das Unternehmen zumindest in den Nutzungsverträgen weitergehende Rechte einräumt, um zu überprüfen, ob sich die jeweiligen Nutzer konform verhalten.


Cam-Erotik besser nicht via Skype

Aktuell ist natürlich noch unklar, inwieweit Microsoft zur Durchsetzung schreiten wird - das was laut den neuen Regelungen aber möglich sein wird, ist durchaus beachtenswert. Der simpelste Fall wäre noch, dass man im Eifer des Gefechts einen anderen Spieler im Chat eines Xbox-Games beleidigt. Aufgrund der Bestimmungen wäre es aber auch möglich, das Microsoft es registriert, wenn eine Skype-Konversation zwischen zwei Menschen etwas abgleitet und sich beide vor ihren Webcams ausziehen. Oder man in der privaten Wohnung obszöne Dinge von sich gibt und Cortana zufällig gerade zuhört und die Aufnahmen in die Cloud schickt.

Gemäß der neu gefassten "Terms of Service", die Anfang Mai in Kraft treten sollen, würde all dies ausreichen, um zumindest von der Premium-Nutzung der eigenen Microsoft-Accounts ausgeschlossen zu werden. Guthaben könnten hier dann einfach verfallen. Microsoft erklärte zwar, dass man weder alle Dienste ständig überprüfen könne und das auch nicht vorhabe - das schließt aber eine Überwachung über umfangreichere Stichproben allerdings nicht aus.

Siehe auch: Google schaut sich eure privaten Inhalte auf Google Drive genauer an
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