Xgimi Aura im Test: Laser-Beamer als Alternative zum klassischen TV

Laser-TV-Hersteller werben damit, dass ihre Projektoren gut und gerne einen Fernseher ersetzen könnten. Ein Feature fehlt dabei allerdings meist: der namensgebende TV-Empfang. Smarte Projektoren, wie der Xgimi Aura, können Streaming-Inhalte ohne den Anschluss einer Android-TV-Box wiedergeben. Möchte man allerdings die aktuelle Folge "Deutschland sucht den Superstar" live im Fernsehen mitverfolgen, ist Zusatzhardware nötig. Nachfolgend soll ein Laser-TV-Setup exemplarisch vorgestellt werden. Grundsätzlich kann jeder TV-Receiver über HDMI an den XGIMI Aura angeschlossen werden.
LaserTV als TV-Ersatz LaserTV als TV-Ersatz LaserTV als TV-Ersatz

Der TV-Empfang

Da unser Kollege Timm Mohn seinen Xgimi Aura wirklich als TV-Empfangsgerät verwenden wollte, hat er sich den Thomson THC301 zugelegt. Der HD-Receiver macht allerdings einen recht minderwertigen Eindruck. Vor allem die Fernbedienung fällt in der Haptik vollkommen durch. Auf der Rückseite des THC301 sind alle wichtigen Anschlüsse verbaut. Für die Inbetriebnahme mit dem Xgimi Aura sind vor allem der Kabel- und HDMI-Anschluss wichtig. Der Rest dürfte in Verbindung mit einem Smart-TV oder -Projektor verwaisen. Dank vier Gummifüßchen hat das Gerät einen festen Stand auf dem Sideboard. Sind der Xgimi Aura sowie Receiver miteinander verbunden und jeweils eingeschaltet, wechselt der Projektor für Ultra-Kurzdistanz (UKD) automatisch auf den entsprechenden HDMI-Eingang. Der TV-Empfänger reagiert während der Benutzung zügig. Es ist kein Delay bei der Wiedergabe festzustellen.

Für das allmorgendliche Frühstücksfernsehen im Großformat reicht der HD-Receiver auf jeden Fall. Qualitative Einbußen sind im Vergleich zu einem typischen Nokia Smart-TV nicht festzustellen. Allerdings: Gerade wer bereits auf einen 4K-Laser-TV setzt, wird nicht allzu oft zum niedrig aufgelösten Fernsehen greifen. Eine nützliche Funktion hat die Kombination aus Laser-TV und Receiver gegenüber herkömmlichen Fernsehern: Wer einen Smart-TV gerne als Musik-Anlage verwendet, kann mitunter nicht den Bildschirm ausschalten. Mit Android auf smarten Projektoren ist das möglich. Dabei verringert sich die Betriebslautstärke, was dem Musikgenuss zuträglich sein kann.

Die Leinwand

Das TV-Programm ist vielfältig: Tagtäglich laufen Animations-Serien, Dokumentationen, Reality-TV und vieles mehr. Mit einer UKD-Leinwand wie der 120 Zoll Celexon-Leinwand kann man auch am Tag Serien, die eher schummrig daherkommen, schauen, ohne dass der Raum abgedunkelt werden muss. Der sichtbare Bildbereich der Celexon Leinwand liegt bei 265 x 149 cm. Die ALR-Leinwand ist folglich größer als jeder handelsübliche Fernseher. Ein Heimkino ist ein beliebter Treffpunkt für Filmabende mit Freunden: Auch größere Zuschauergruppen haben eine gute Sicht: Die graue Leinwand kommt mit einem Betrachtungswinkel von 140 Grad daher. UKD-Leinwände heben sich durch ihre lichtreflektierende Beschichtung ab. Das Leinwandtuch mit 0,4 Gain ist wasserfest und kann folglich feucht abgewischt werden. Im Alltagstest zeigt sich aber, dass das bei gutem Umgang mit der Leinwand gar nicht nötig ist. Celexon hat eine Anti-Schimmel-Beschichtung aufgetragen, die dafür sorgt, dass die Leinwand keine Gefahr läuft, von eben jenem befallen zu werden. Die Rahmenleinwand zeichnet sich durch besonders dünne Ränder, die bei einer Platzierung im Wohnzimmer nicht negativ ins Auge fallen, aus. Das Celexon-Logo kann optimal aufgeklebt oder weggelassen werden.

In der 100-Zoll-Variante fällt die Leinwand erfahrungsgemäß den wenigstens Gästen auf, wohingegen die größere Ausführung von vielen Besuchern bemerkt wird. Der sichtbare Bildbereich liegt bei der kleineren Version bei 221,5 x 124,5 cm. Eine 90-Zoll-Variante bietet der Hersteller nicht an. Dafür aber eine Zwischengröße mit 110 Zoll. Anders als eine Motorleinwand kann die Celexon CLR Rahmenleinwand nicht einfach ein- und ausgefahren werden. Die Leinwand ist folglich immer sichtbar, auch wenn gerade keine Inhalte wiedergegeben werden. Laser-TV-Hersteller versuchen die Kundschaft dazu anzuregen, den Projektor für die Projektion von Gemälden und ähnlichem zu verwenden. In der Praxis kostet diese Art der räumlichen Dekoration auf Dauer allerdings zu viel Strom.

Der Beamer

Das Bildergebnis ist auch immer abhängig vom verwendeten Beamer. Beim Xgimi Aura handelt es sich um einen 2400 ANSI-Lumen hellen Ultrakurzdistanz-Laserprojektor. Dank kraftvollen 60-Watt-Lautsprechern ist es grundsätzlich nicht nötig, ein externes Soundsystem zu verwenden. Auf dem Projektor ist Android TV 10 installiert. Über den Google Play Store können eine Vielzahl an Apps, wie etwa Amazon Prime oder Disney+, heruntergeladen werden. Die Einrichtung ist kinderleicht und schnell abgeschlossen. Die verschiedenen Funktionen, wie etwa der Focus oder die Vier-Ecken-Korrektur, sind verständlich und überdies gut im Handbuch erklärt. Auch wenn der Xgimi Aura zu den größeren Projektoren seiner Art gehört, fällt er im Wohnzimmer nicht besonders ins Auge. Von den meisten Besuchern wird der UKD-Projektor für eine Stereo-Anlage gehalten. Nach einer kurzen Preiserhöhung ist der Xgimi Aura derweil wieder bei seinem Launch-Preis angekommen: Auf Amazon ist der Projektor für 2399 Euro erhältlich.

Das Fazit

Bei der Receiver-Suche sollte man die Augen offen halten und ggf. etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Der Thomson THC301 wirkt insgesamt, als hätte er fünf und keine 40 Euro gekostet. Gerade wenn das Empfangsgerät mit hochwertigen Geräten wie den Xgimi Aura verwenden wird, fällt das Materialwahl-Gefälle spürbar auf. Für das heimische Wohnzimmer dürfte wohl die Kombination aus Celexon CLR Homecinema UST Rahmenleinwand mit 100 Zoll, Xgimi Aura und einem Receiver am meisten lohnen. Da der UKD-Projektor über insgesamt drei HDMI-Anschlüsse verfügt, können überdies bspw. eine Nintendo Switch oder PlayStation 5 angeschlossen werden.

Mehr von Timm: Nerdbench Timm auf YouTube
Dieses Video empfehlen
Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Netflix geht wahrscheinlich wieder nur über Umwege und mehr schlecht als recht bei dem Ding?
 
@sav: Wie kommst Du zu dieser Annahme ?
Wenn Du Netflix mit 4K Auflösunf abonniert hast, dürfte auch bei dieser Bildschirmdiagonale keine Pixel zu sehen sein. Sofern es diese bei diesem Bildgebungsverfahren überhaupt git.
Außerdem sitzt Du bei einer Diagonalen von über 2m nicht direkt vor der "Glotze".
 
@Gösser: sav hat recht: geht nur über desktop Manager und kodi Netflix App
 
@Gösser: Es gibt halt keinen offizielle Netflix App bei Xgimi, aus welchen Gründen auch immer.
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen