Anycubic Vyper: Einer der aktuell besten 3D-Drucker am Markt

Wer schon mal einen 3D-Drucker besessen hat, weiß: Das wohl größte Ärgernis beim Druck ist das Bed Leveling. Einen Drucker richtig einzustellen kann mitunter zur Tagesaufgabe werden. Unser Kollege Timm Mohn hat 2019 mit dem Anycubic I3 Mega S angefangen zu drucken und schwört in Sachen Bed Leveling auf Goldpapier, welches zu den bisher besten Ergebnissen geführt hat. Inzwischen wurde der zuverlässige Drucker aber durch den neuen Anycubic Vyper ersetzt. Der einfache Grund hierfür: Der Vyper kommt mit einer Auto Bed Leveling-Funktion daher. Den zeitlichen Unterschied merkt man direkt - ebenso wie den Zugewinn an Druckzeit.

Hersteller können viele Versprechungen machen - und das Autoleveling des größeren Anycubic Chiron war beispielsweise eine absolute Katastrophe, sodass unser Kollege besagten Drucker wieder zurückgeschickt hat. Beim Vyper verhält sich das erfreulicherweise anders. Die bestmögliche Reihenfolge konnte eingehalten werden: Aufgebaut, gelevelt, losgedruckt. Bereits beim allerersten Layer konnte man Freunde neidisch machen. Das gute Ergebnis hat sich auch über etliche Kilogramm PLA gehalten. Wer sichergehen will, dass gerade große Bauten länger halten, lässt den Autolevel-Vorgang zwar von Zeit zu Zeit wiederholen, dies ist aber nicht grundsätzlich notwendig.

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Wo viel Licht ist, gibt es leider auch Schatten. Während die Druckplatte eben und das Display gut zu bedienen sind, handelt es sich beim Anycubic Vyper vor allem um eins: Einen lauten 3D-Drucker. Während andere Geräte, wie etwa der Creality CR10 V2, flüsterleise arbeiten, so dass man sogar Voice Overs beim Druck aufnehmen kann, ohne dass der Drucker störend im Hintergrund zu hören ist, empfehlen sich für den Aufenthalt im selben Raum wie der 3D Drucker Noise-Cancelling-Kopfhörer. Auch in der zugehörigen Facebook-Gruppe beraten sich User, wie man der Lautstärke Herr wird. Komponententausch ist bei 3D-Druckern nichts Neues und durchaus geläufig. Ein S-Modell des Vypers darf sehr gern mit einem leiseren Betriebsgeräusch daherkommen.

Einer der Besten

Die kleinen Kritikpunkte (umständliches, zwei geteiltes Firmware-Update) bzw. die größeren (die Lautstärke) sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich beim Anycubic Vyper um einen durchaus überzeugenden Drucker handelt, dessen Bedienung, Benutzerfreundlichkeit und vor allem längerfristige Zuverlässigkeit seinesgleichen sucht. Auch kleinste Modelle gelingen, ohne dass sich Nutzer tief in Cura einarbeiten müssen. Große Modelle können ruhigen Gewissens auch dann gedruckt werden, wenn man nicht im Haus ist. Eine Überwachung des Drucks wird dennoch empfohlen. Fehldrucke gingen in der zurückliegenden Zeit eher auf die Experimentierfreudigkeit unseres Kollegen zurück. Und genau dies macht 3D-Drucker aus: Egal ob Alltagsgegenstand (Halterungen für Fernbedienungen) oder Kindheitsträume (Die Brücke der Enterprise D). Mit einem Klick erzeugt der Anycubic alles, was das Herz begehrt - und das sehr zuverlässig.

Teilweise kann man 3D-Drucker wie den Anycubic Vyper in lokalen Elektrofachmärkten begutachten. Während man diese Geräteklasse seltener bei Media Markt oder Saturn antrifft, hat jeder größere Conrad eine 3D-Drucker-Abteilung. Bei Anycubic direkt kostet der Drucker tagesaktuell 420 Dollar. Auf Amazon ist er mit 450 Euro gelistet. Verschiedene Rabattgutscheine können einen günstigeren Preis ermöglichen. Hier lohnt sich ein genauerer Blick auf die Produktseite.

Vorteile

  • Einfacher Aufbau
  • Notwendige Werkzeuge liegen bei
  • Cleveres Werkzeugfach im Drucker
  • Auto Bed Leveling Funktion funktioniert sehr gut
  • Intuitive Bedienung
  • Gute Bodenhalterung des Material
  • Keine Kleber-Lösung notwendig
  • Magnetische Bodenplatte
  • LED an Nozzle für bessere Übersicht beim Druck

Neutral

  • Umständliches Firmware Update
  • Display ohne Auto-off Funktion

Nachteile

  • Im Betrieb viel zu laut
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Kommen hier auch gleich "So druckt mein 5 Jahre alter Stock [Gerätenamen hier einfügen] auch" Kommentare, wie auf Facebook?
 
@ZappoB: Warum auch nicht? Jeder gut eingestellter Prusa Style Drucker sollte so ein Ergebnis schaffen. Ist nicht wirklich eine Kunst und muss auch kein Vermögen kosten.

90% der Qualität ist sowieso Slicer Einstellung.
 
@ZappoB: vor allem mit 500 investierten Stunden Arbeitszeit für Kalibrierung und Feinjustierung :P Da sind die 450€ für Out-of-the-box selbe Ergebnisse zu erzielen ne andere Hausnummer.
 
Naja.. also ich drucke seit einem knappen Monat ebenfalls in 3D - dieser ganze Hokus Pokus den First Layer ist dermaßen überzogen. Habe einen Ender 3 V2 und einen Elegoo Neptune 2. Erste Amtshandlungenvor dem Druck: 1. Anständigen Extruder einbauen und die Plastikdinger entsorgen. 2. Gelbe Federn fürs Bett kaufen. 3. Eine feingefräste Alumnium Guss Platte für die Temperaturbeständigkeit nutzen und eine handgeschliffene FR4 Platte anstelle der mitgelieferten Auflagen verwenden. Einmal richtig gelevelt und die Drucke sehen aus wie aus dem Bilderbuch. Wenn man sich günstige Drucker kauft, muss man IMMER etwas vorarbeit leisten - sonst könnte man auch direkt einen Prusa kaufen.
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